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Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 143
September 2026
„ANONYMITY“

Von anonymen Pamphleten, mit denen ­Kunstkritiker des 18. Jahrhunderts die Autorität der ­französischen Académie Royale herausforderten und dabei den Anspruch erhoben, fürs anonyme Publikum zu sprechen, bis hin zu Künstler*innenkollektiven wie den Guerrilla Girls, die seit Mitte der 1980er Jahre die Unkenntlichkeit ihrer Mitglieder in den Dienst aktivistischer, institutionskritischer und feminis­tischer Ziele stellen: Im Kunstfeld galt Anonymität lange vor allem als emanzipatorische Strategie. Auch die Möglichkeit, im Internet anonym zu bleiben, war noch in den 1990er Jahren eng mit dem Versprechen einer Demokratisierung öffentlicher Debatten und politischer Teilhabe verknüpft. Gesellschaftliche, politische und mediale Entwicklungen verlangen heute allerdings nach einer kritischen Neubewertung. Diese nimmt die aktuelle Ausgabe von TEXTE ZUR KUNST, „Anonymity“, vor. Gegenwärtige Phänomene in Kunst und Medien werden in Beziehung zu historischen Beispielen und Theorien gesetzt und kartieren somit das Spannungsfeld, in dem Identität und Anonymität heute diskutiert werden.

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