Alfredo Jaar, "Searching For Gramsci" (2003)

Alfredo Jaar

Searching For Gramsci (2003)

Alfredo Jaar kam in den frühen achtziger Jahren von Chile nach New York. Seine Arbeiten – oft raumgreifende Foto-, Text- und Lichtinstallationen – setzen sich vorwiegend mit sozialen, politischen und humanitären Themen auseinander. Häufig stehen globale Macht- und Gewaltverhältnisse im Mittelpunkt, die Beziehung zwischen der so genannten „Ersten“ und „Dritten Welt“, wobei Jaar nach und nach immer stärker Probleme der Wahrnehmung und der Repräsentation in seine Darstellungen einbezogen hat. Neben dokumentarisch angelegten Arbeiten – etwa das langfristig angelegte „Rwanda Project“ (1994–1998), das die dramatischen Ereignisse des Genozids in Ruanda in Bildern, Licht, Kästen, Behältnissen und Texten aufzuarbeiten suchte – lassen sich bei ihm auch metaphorische Ansätze ausmachen, in denen er weniger auf Aufklärung als auf eine physische Raumerfahrung setzt. So bestand die Wirkkraft von Jaars Installation für die Documenta11 primär im Kontrast zweier völlig unterschiedlicher Wahrnehmungsebenen: verließ man seinen nahezu abgedunkelten Raum, so wurde man in dem darauf folgenden von einem gleißend hellen Licht geblendet.

In seiner Edition für „Texte zur Kunst“ widmet sich Alfredo Jaar dem italienischen kommunistischen Denker Antonio Gramsci, der 1926 in Rom von den Faschisten verhaftet und zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nach Jahren physischen und psychischen Leidens starb Gramsci schließlich 1937 in der Krankenstation seines römischen Gefängnisses. Jaars Fotografie „Searching for Gramsci“ ist in Rom aufgenommen und zeigt die Wellen des Tiber nahe der sogenannten „Tiberinsel“: für Jaar gleichermaßen Symbol für Zusammenhang und für Trennung.

Die Farbfotografie von Alfredo Jaar mit dem Titel „Searching For Gramsci“ (2003) hat die Maße 40 cm x 50 cm und ist auf der Rückseite signiert und nummeriert. Sie liegt in einer Auflage von 120 Exemplaren + 20 Künstlerexemplaren vor und kostet EUR 245,– zzgl. Versand.