Andreas Hoft, "Welt ohne Ende" (2002/2007)

Andy Hope

Welt ohne Ende (2002/2007)

In seinen Gemälden, Zeichnungen, Collagen, raumgreifenden Installationen und Filmen etabliert der in Berlin lebende Künstler Andy Hope eine vielschichtige Bild- und Sprachwelt, die von mitunter surrealen Figuren und mythischen Zeichen bevölkert wird. In expressivem Malgestus, mit den Fingern aufgetragen, mit Filzstift gezeichnet oder mit kryptischen Textelementen und Zeitungsausschnitten versehen, tauchen in seinen Arbeiten immer wieder Helden der Popkultur, Film- und Kunstgeschichte auf, die Hope in einer Bildrhetorik mit monströsen Gegenspielern aus Comics, Historienmalerei und modernen Mythologien verbindet. In den so entstehenden fiktionalen Beziehungen scheinen Konfliktlinien zwischen gesellschaftlichen Utopien und Individualismus ebenso auf wie existierende Gewaltmechanismen. So verwandelte er zum Beispiel in dem Gemälde "Per Tenebras ad Astra" (2004) das letzte Abendmahl in Anlehnung an da Vincis Meisterwerk in eine satanische Zombie-Messe, für die 2006 entstandene Plastik "Phantom Abstraction" hat er die berühmten in Stein gemeißelten Köpfe der Präsidenten in Mount Rushmore durch Porträts zwielichtiger amerikanischer Filmdiven aus den 1930er und 1940er Jahren ersetzt.

Für "Texte zur Kunst" hat Andy Hope einen Tondo in Anlehnung an die 2002 entstandene Arbeit "Welt ohne Ende" entworfen, die auch den Titel für seine große Einzelausstellung im Münchner Lenbachhaus abgab. Wie aus einem Altarbild für eine wiederauferstandene Gottheit aus längst vergangenen Zeiten blickt James Dean uns an, umgeben von einem Strahlenkranz aus Raketen. Dem Helden der Popgeschichte sind die Augen ausgeschnitten, so dass vor allem seine im Stil der Kinoplakatmalerei der fünfziger Jahre hervorgekehrte Mimik in den Vordergrund tritt. Das Bild wirkt wie die Verharrung in einem Moment kurz vor dem Abheben der Raketen durch rosafarbene Wolken und entfaltet darin eine Spannung zwischen dem möglichen Untergang und einer optimistischen "Welt ohne Ende".

Für Texte zur Kunst hat Andy Hope die Arbeit mit dem Titel "Welt ohne Ende", 2002/2007 als Edition aufgelegt. Der Offsetdruck einer Collage ist handbeschnitten, mit weißem Papier und Pappe unterlegt und liegt hinter einer Glasscheibe. Das Bildobjekt hat einen Durchmesser von 9,5 cm und ist auf der Rückseite mit einem Aufhänger versehen. Die Edition liegt in einer Auflage von 100 + 20 Künstlerexemplaren vor und ist rückseitig signiert und nummeriert. Sie kostet 245,- Euro zzgl. Versand.