Andreas Siekmann, „aus: Trickle down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung“, 2007

Andreas Siekmann

aus: Trickle down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung (2007)

Der in Berlin lebende Künstler Andreas Siekmann setzt sich in seinen langfristig angelegten Zeichnungsserien, Filmen und architektonischen Modellen mit der Privatisierung des öffentlichen Raums und der Restrukturierung von Arbeitsverhältnissen unter den Bedingungen der Globalisierung auseinander. Teilweise im Rückgriff auf historische Projekte wie Gerd Arntz’ und Otto Neuraths Bildpädagogik der 1930er Jahre oder Botticellis Dante-Illustrationen stellt sich Siekmann – diesjähriger Teilnehmer sowohl der documenta 12 als auch der Skulptur Projekte Münster – in seinen Arbeiten der Frage, wie ökonomische und politische Prozesse sichtbar gemacht werden können. Er ist ein scharfsinniger Kommentator der Verbindung zwischen Stadt-Sponsoring und öffentlichen Kunstprojekten.

Für seine Edition für „Texte zur Kunst“ hat Siekmann zwei Digitaldrucke von Zeichnungen entworfen, die wie auch frühere Arbeiten unter Verwendung von „Microsoft Word“ entstanden sind. Siekmann hat zum einen das Plakat einer fiktiven Regierungskampagne entworfen, das Verweise auf die Einführung von so genannten „1-Euro-Jobs“ und die polemischen Debatten um staatliche Leistungen als „soziale Hängematte“ mit der alten postoperaistischen Forderung „Nie wieder Arbeit!“ konterkariert. Zum anderen ist eine an Arntz’ und Neuraths Atlas erinnernde Figur zu sehen, die als Kameramann Überwachungsbilder von einem roten Elefanten einfängt, der stellvertretend für jene Tierplastiken stehen kann, wie sie nicht nur in deutschen Städten inzwischen zum unverzichtbaren Element von Stadtmarketing zu gehören scheinen.

Für Texte zur Kunst hat Andreas Siekmann zwei Digitaldrucke mit zwei unterschiedlichen Motiven ausgewählt. Beide Arbeiten tragen den Titel „aus: Trickle down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung“, 2007, und haben die Maße 59,4 x 42 cm. Sie sind jeweils auf der Rückseite nummeriert und signiert. Die Edition besteht aus einem Druck und liegt in einer Auflage von insgesamt 100 + 20 Künstlerexemplaren vor. Sie kostet pro Druck 245,– Euro plus Versand.