Anima Mundi

Imi Knoebel

Anima Mundi (2012)

Imi Knoebel gehört mit Imi Giese und Blinky Palermo zu den Schülern von Joseph Beuys, die in den 1960er Jahren eine radikale, minimalistische Formensprache entwickelten. Ein wichtiger Bezugspunkt für Knoebel stellte dabei zu Beginn seiner Laufbahn der Konstruktivismus von Kasimir Malewitsch dar. Jegliche Abbildfunktion von Kunst verneinend, ist sein Frühwerk geprägt von einer reduzierten Farbigkeit sowie einem geometrischen Vokabular: Von schwarz-weißen Linienbildern führt der Weg über Skulpturen aus übereinanderliegenden Platten auf dem Boden hin zu Rauminstallationen. Zu einem seriellen Arbeitsprozess, der jedoch immer auf der handwerklichen Geste des Künstlers basiert, kommt bei Knoebel noch die Verwendung von standardisierten Materialien aus dem Baumarkt sowie die freie Kombination der verwendeten Elemente. Nach dem Tod von Blinky Palermo 1977 bezieht Knoebel auch Farbe in seine Arbeiten ein: Als Hommage an den verstorbenen Freund nennt er seine nächste Ausstellung „24 Farben – Für Blinky“. In der Edition, die Imi Knoebel für „Texte zur Kunst“ konzipiert hat, finden sich die Grundlagen seines Schaffens wieder: geometrische Struktur, malerische Farbigkeit und manuelle Ausführung. Vier unterschiedlich farbige Balken formen ein hochformatiges Rechteck, in dessen Zentrum eine gelbe Fläche eingepasst ist. Da die einzelnen Bilder in Acryl auf Kunststofffolie gemalt sind, sind die Spuren des Farbauftrags noch deutlich sichtbar. Trotz der gleichförmigen Erscheinung besitzt jedes Werk Unikatcharakter. Der Titel „Anima Mundi“, Weltseele, weist zusätzlich darauf hin, dass Knoebel das Zusammenspiel von Form, Farbe und Materialität als programmatisch ansieht, nicht nur für sein eigenes Schaffen, sondern für die Kunst im Allgemeinen.

Imi Knoebel, „Anima Mundi“, 2012, Acryl auf Kunststofffolie, 46 × 35 cm, Auflage: 50 + 20 A.P., rückseitig signiert und nummeriert, 620,– zzgl. Versand.