graham nr.16

Dan Graham

Park Avenue Atrium (1987)

Dan Grahams Photo wirkt auf den ersten Blick malerisch: eine beschauliche Cafésituation mit zwei entspannten Besuchern. Dieser Ort war als Idylle vorgesehen und macht jetzt die von ihm negierten Realitäten sichtbar: in New York gibt es viele offene Plätze und Aufenthaltsräume, von großen Firmen finanziert und eigentlich zur Erholung von Mitarbeitern und als Angebot an berufstätige Städter und Touristen gedacht. Eine natürlcihe Segregation glubt man schon dadurch zu erreichen, dass sich die Armen und Arbeitslosen automatisch fernhalten werden. Jedoch eignen sich diese Orte auch zum Schlafen und als Abstellfläche. Viele Obdachlose halten sich tagsüber in diesen öffentlich zugänglichen Orten auf. Auf Grahams Photo wird allerdings die Kategorie "obdachlos" fragwürdig. Es gibt nur wenige Hinweise auf Obdachlsogkeit: die Gepäckkarre und die verstreuten Tüten und Essensreste. Auch der Status der beiden sitzenden Männer ist nicht eindeutig: bei dem einen könnte es sich um einen verarmten Intellektuellen handeln, der andere könnte ein Gelgenheitstrinker sein. Grahams Bild macht es unmöglich, die sozial Ausgegrenzten als "anders" oder "fremd" zu beschreiben.