Daniel Richter, "Flagge" (2005)

Daniel Richter

Flagge (2005)

Nachdem die Arbeiten von Daniel Richter ab 1995 malerische Techniken der Abstraktion durchspielten, tauchten in seinen großformatigen Gemälden ab 2000 figurative Motive auf, die mit politischen ebenso wie mit mythologischen oder kunsthistorischen Referenzen operierten und als zeitgenössische Rekontextualisierungen des Historienbildes diskutiert wurden. Vor dem Hintergrund von an Gerhard Richter, Werner Büttner oder Albert Oehlen erinnernden Bildmustern waren von da an menschliche Gestalten zu sehen, deren Konturen und Gesichtszüge sich partiell aufzulösen schienen und die zumeist in bewegte Figurengruppen eingebunden waren. Oft dienten dabei Motive aus der Tagespresse oder "subkulturelle" Bildquellen als thematische und kompositorische Bezugsgrößen. Bei Richter verband sich so eine kennerschaftliche Reflexion auf die medialen Bedingungen der Malerei mit der Frage nach der Aktualisierbarkeit ihres politischen Anspruchs, wie ihn in jeweils unterschiedlicher Form bereits Kippenberger, Baselitz oder Immendorff erhoben.

Für "Texte zur Kunst" hat Richter eine Lithografie mit dem Titel "Flagge" angefertigt, die den Gegenstand und die formale Anlage seines unlängst in der Ausstellung "Acht Stunden sind kein Tag" bei Contemporary Fine Arts, Berlin, gezeigten Ölgemäldes "Küss die Schlampe, Flagge" aufgreift. Links unterhalb eines von der rechten Bildseite auf das gesamte Blatt übergreifenden Baumes sind zwei nur schemenhaft dargestellte Figuren zu erkennen, die in einer nicht näher zu definierenden Handlung aufeinander bezogen sind. Wie in einem unheimlichen Märchen scheinen die beiden Gestalten in einem dunklen Wald von der Außenwelt abgeschnitten. Nur ein Fuchs und zwei Vögel sind Zeugen einer Szene, deren malerische Darstellung sich zunehmend in Abstraktion aufzulösen scheint.

Für Texte zur Kunst hat Daniel Richter eine Lithografie mit dem Titel "Flagge" (2005) konzipiert (Druck: Taborpresse, Berlin). Sie hat die Maße 75 x 95 cm (Motivgröße: 61 x 78 cm) und ist signiert und nummeriert. Die Edition liegt in einer Auflage von 150 + 20 Künstlerexemplaren vor und kostet 245,- € zzgl. Versand.