Paulina Olowska

Paulina Olowska

End of Biuro (2009)

Die Arbeiten der polnischen Künstlerin Paulina Olowska sind ein Geflecht aus formalen und inhaltlichen Bezugnahmen auf die historischen Avantgarden. Fasziniert von deren utopischen Versprechen eignet sich Olowska Sprachstile und Produktionsweisen an, wobei ihr Augenmerk vornehmlich auf die allzu oft in Vergessenheit geratenen Künstlerinnen, Modedesignerinnen und Architektinnen dieser künstlerischen Strömungen liegt. Olowskas künstlerische Praxis ist dabei seit jeher extrem facettenreich. So arbeitet sie in unterschiedlichen Medien wie Performance, Video, Installation, Skulptur, Collage, Malerei und Mode, kollaboriert mit anderen Künstler/ innen, kuratiert Ausstellungen oder organisiert Bars. In der jüngsten Vergangenheit haben zunehmend kunsthandwerkliche Traditionen wie das Metallhandwerk oder die Keramik Eingang in ihr Werk gefunden, die sie mit Elementen der klassischen Moderne kombiniert. Da sich Olowska oft auf polnische Figuren, Quellen oder Handwerkstechniken bezieht, rufen ihre Arbeiten zudem bis dato weitgehend unbekannte Aspekte der (Kultur-)Geschichte auf.

Für „Texte zur Kunst“ hat Paulina Olowska eine Edition in einer Technik angefertigt, in die sie sich speziell aus diesem Anlass in einer alten Druckerei in Krakau eingearbeitet hat. Die Radierung „End of Biuro“, 2009, zeigt ein an die Großstadtszenen von George Grosz oder Otto Dix erinnerndes buntes Treiben, indem man beispielsweise eine Frau mit Perlenkette und Zigarette im Mund ausmachen kann oder eine Flasche sieht, die, ohne dass sie von einer Person gehalten würde, selbsttätig Wein in ein Glas füllt. Die einzelnen Motive sind dabei fragmentiert und übereinandergelagert, und die Perspektiven wurden aufgehoben, so dass es weder ein oben noch ein unten zu geben scheint. Abhängig von welcher Seite man die Radierung betrachtet, eröffnet sich ein jeweils anderer Fokus auf die Szenerie, bei der es sich, wie der Titel suggeriert, um eine „After Work Party“ handelt. Mit dieser Ästhetik bezieht sich Olowska auch in diesem Fall auf das für die künstlerischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts typische Verfahren der bildlichen Simultanität, das sich nicht zuletzt der unter dem Einfluss der Industrialisierung veränderten Wahrnehmung des Alltagslebens verdankt.

Für Texte zur Kunst hat Paulina Olowska eine Radierung auf Büttenpapier realisiert. Sie trägt den Titel „End of Biuro“, 2009, und hat die Maße 35,8 × 25 cm (bei einer Motivgröße von 12 × 10 cm). Die Junge Edition liegt in einer Auflage von 60 + 10 Künstlerinnenexemplaren vor. Sie ist vorderseitig signiert und nummeriert und kostet 245,– Euro zzgl. Versand.