kneffel nr.31

Karin Kneffel

ohne Titel (1998)

Karin Kneffels malerischer Ansatz wird gerne als „realistisch” bezeichnet: Ihre Landschaftansichten, Tierbilder und Obststillleben bestechen nicht nur durch Farbenpracht, sondern auch durch einen perfektionierten Illusionismus, der auf handwerkliche Meisterschaft schliessen lässt. Dass die Welt vielleicht doch nicht so ist, wie sie hier zunächst erscheint, dies wird leicht übersehen, weil die Künstlerin klassische Bildgenres ebenso wie traditionelle Maltechniken aufgreift. Kneffels Bilder steigern die trügerische Illusion häufig ins Hyperrealistische, lassen das auf den ersten Blick Natürliche künstlich erscheinen. So wirkt auch das Motiv, das Kneffel für ihre Edition für Texte zur Kunst auswählte, eher manieriert: paarweise gruppierte Kirschen, denen zum Teil Kerne zugeordnet werden; die Schatten der Stile zeichnen sich scharf auf dunklem Untergrund ab. Fast erinnert dieses Arrangement an das Memento Mori der Stillleben aus dem 17.Jahrhundert.