Laurenz Berges, "Löningen" (1993/2003)

Laurenz Berges

Löningen (1993/2003)

Laurenz Berges ist mit Fotografien bekannt geworden, die er zu Beginn der neunziger Jahre in gerade von der Roten Armee verlassenen Kasernen in Ostdeutschland aufgenommen hat.Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die genaue Beobachtung. In Anlehnung an ethnologische Verfahrensweisen erinnern Berges Fotografien an Feldforschungen, nur dass hier der Blick zurück auf die eigene „Kultur“ – bevorzugt auf kulturelle bzw. soziale Relikte – gerichtet wird. Seine Sujets verfolgt einer der letzten Meisterschüler von Bernd Becher – dessen Fotoklasse an der Düsseldorfer Akademie in den achtziger Jahren Künstler wie Candida Höfer, Thomas Struth oder Andreas Gursky hervorgebracht hat — manchmal über mehrere Jahre. Zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten sucht Berges immer wieder dieselben Orte auf. Jedoch geht es ihm, der sich auch intensiv mit dem Werk amerikanischer Fotografen wie Walker Evans, Robert Frank und William Eggleston beschäftigt hat, in seinen Arbeiten nicht um Sozialstudien oder zeitgeschichtliche Dokumente. Vielmehr wird in den Fotografien die Atmosphäre von Orten aufgespürt und festgehalten. Obwohl die auf einen konkreten historischen Kontext verweisenden Symbole bewusst ausgeblendet werden, tragen die Bilder gerade durch ihre Spuren der Abwesenheit zahlreiche Hinweise auf ihr soziales Milieu. Auf diese Weise wird den Bildern, die sich durch ihren scheinbar sachlich-dokumentierenden Blick auszeichnen, ein manchmal abstrakt-zeichenhafter Charakter verliehen. „Häuser“ bzw. „Wohnungen“ lassen sich in Berges Arbeiten als immer wiederkehrendes Thema finden. So hat der Fotokünstler beispielsweise leer stehende Mietshäuser in den durch Arbeitslosigkeit entvölkerten Gegenden des Ruhrgebiets dokumentiert.Für Texte zur Kunst hat Laurenz Berges seine Kamera auf die Erdgeschosswohnung eines Einfamilienhauses in Löningen gerichtet, einem Ort in der Nähe seiner Heimatstadt Cloppenburg in Niedersachsen. Ein trister Vorhang verstellt den Blick ins Innere der Wohnung und lässt einen gerade dort nach Anhaltspunkten und Hinweisen auf das sich dahinter abspielende Leben suchen.

Die Farbfotografie von Laurenz Berges mit dem Titel „Löningen 1993/2003“ hat die Maße 40,6 cm x 50,8 cm (Motivgröße: 33cm x 42,2 cm) und ist auf der Rückseite signiert und nummeriert. Sie liegt in einer Auflage von 100 Exemplaren + 10 Künstlerexemplaren vor.