lassnig nr.28

Maria Lassnig

ohne Titel (1997)

Das, was in Maria Lassnigs Arbeiten aufscheint, ist immer der Körper, seien es nun seine Konturen oder seine fleischliche Materialität. Dennoch hat Lassnigs Malerei nichts mit den bisherigen Versuchen von Künstlerinnen zu tun, den Körper zum Material zu erklären. Ganz im Gegenteil machen ihre Bilder klar, dass der Körper in das Projekt Malerei eingelassen ist. Lassnigs Zeichnungen insbesondere haben etwas Biografisches an sich, handelt es sich doch oft um Zeichnungen, die die eigene Person zum Anlass nehmen, ohne Spuren von Authentizität zu zeigen. Maria Lassnigs Selbstpoträt mit vorstehendem Kinn, das sie für Texte zur Kunst produzierte, erinnert an eine eher schematisch-wissenschaftlich anmutende Vermessung des Schädels. Diese Form des Selbstporträts legt keine Wahrheiten über die Person Lassnig frei, über ihre Gefühle und Selbsteinschätzung. Es handelt vielmehr von den Möglichkeiten der Herstellung eines Bildes, was mit suchenden Pfeilen angedeutet wird.