Jeanette Mundt

Mine Up Too Close (2018)

Für die junge, in New York lebende Malerin Jeanette Mundt gibt es kein Bild, das die Malerei nicht spielerisch ironisieren könnte. Ihr Spektrum reicht vom Abmalen der Gemälde ihres Mannes, die er von seinen Tätowierungen anfertigt, über amerikanische Olympionik*innen bis hin zu ihrem eigenen, mehr oder weniger bekleideten Körper. Mundt wählt ein Motiv aus, entzieht es seiner Quelle und jagt es dann in den materiellen Fluss der malerischen Oberfläche zurück. Bilder, die man auf Social-Media-Kanälen entdecken könnte, werden verlangsamt, auf Pause gestellt und auf oft höchst amüsante Weise umgearbeitet. Doch ihre Arbeiten zeigen auch technischen Scharfsinn. Zwar wird handwerkliches Können heutzutage nicht mehr so leicht erkannt und bewundert – vor allem in der Welt der Malerei –, aber Mundt ist eine Meisterin ihres Metiers.Für diese Edition hat die Malerin ein fotografisches Stillleben geschaffen, in dem eines ihrer Bilder umgeben von Altoids-Minzbonbons, Kerzen und welkenden Rosen erscheint. Das Tondo zeigt den unteren Torso einer Frau in lila Unterwäsche; es hängt an einer Wand, deren fleischfarbener Anstrich das Inkarnat der im gemalten Ausschnitt halb zu sehenden Schenkel und des Unterleibs wieder aufnimmt. Erhellt wird das Arrangement vom Streiflicht, das durch ein Fenster außerhalb des Bildes dringt und dessen Schatten Strukturen auf das Gemälde zeichnet. Für uns stellt Mundt gewissermaßen ihre Praxis genau auf den Kopf: Es ist ausnahmsweise die Malerei, die das Ausgangsmaterial für eine Fotografie liefert.

Digitaler C-Print auf Fuji Gloss Papier, Bildgröße: 43,2 x 32,4 cm, Papiergröße: 48,3 x 37,5 cm, Auflage: 100 + 20 A.P., rückseitig nummeriert und signiert, € 350,- zzgl. Versand.