paik nr.28

Nam June Paik

„Kim Chee and Sauerkraut” (1997)

Hält man eine Fernbedienung in der Hand, stellen sich nicht selten Allmachts- und auch Ohnmachtsgefühle ein. So wie ihr Benutzer glaubt, die Medien mit ihrer Hilfe beherrschen zu können, zelebriert er zugleich seine mediale Abhängigkeit. Nam June Paik hat die Effekte des Fernsehens in seiner Arbeit auf die Spitze getrieben und bis zur Unerträglichkeit gesteigert. Sein Ansatz kann im nachhinein als eine Vorwegnahme des kulturkonservativen Lamentos über die Informationsflut betrachtet werden. Texte zur Kunst stellt er nun sein „Werkzeug” zur Verfügung: Fernbedienungen unterschiedlicher Fabrikate, auf die Ölfarbe direkt aus der Tube in den Farben des Fernseh-Testbildes aufgetragen sind. Kommt dies der Forderung „Zurück zur Malerei” gleich? Oder handelt es sich um eine Allegorie für den Druck, welchen die neuen Medien auf die Malerei ausüben?