TZK113_Kwade_Edition

Alicja Kwade

Pars pro Toto (2019)

Die in Berlin arbeitende Künstlerin Alicja Kwade ist für ihre Untersuchungen von wissenschaftlichen und sozialen Konventionen, Systemen und Codes bekannt. Ein System, das wir ständig benutzen, um diese unbekannte Dimension unter Kontrolle zu bringen, ohne es zu hinterfragen, ist die Zeit. So ist die Künstlerin nicht weniger Horologin als Bildhauerin: In der Nachfolge von Leibniz betrachtet sie das Universum als ein gigantisches Uhrwerk, dessen mechanische Teile sich zuerst langsam bewegen. Daher spielen Zeitmesser eine Hauptrolle in Kwades Kunst ebenso wie Steine, Spiegel, Metalle und Glaskonstruktionen, die alle in einer Art grundlegendem Zusammenhang mit den Fragen stehen, wie wir unsere Realität erschaffen - oft durch Strukturierung nach künstlichen Definitionen. Es sind diese Art von Vereinbarungen und Phänomene, die ihre Praxis beleben. Für ihre erste Edition für Texte zur Kunst legte Kwade einen für ihr Werk charakteristischen Stein – eine aschfarbene Kugel mit konzentrischen Ringen, die sich wie Flüsse auf einem fernen Planeten oder dem Mond ausnehmen – in eine düstere und zerklüftete Landschaft. Das Bild zeigt diesen Himmelskörper scheinbar auf seiner Reise durch das Dunkel des Weltalls; eine Seite ist beleuchtet, während die andere sich in Finsternis hüllt. Das planetenartige Objekt ruht auf dem Boden in unmittelbarer Nähe eines Gullydeckels in einer dunklen Straße. Wie die Metapher vom Universum als Uhrwerk unterstellt Kwades Bild eine innere Verbindung zwischen himmlischer und irdischer Sphäre. Ist dieser Himmelskörper herabgefallen – wie eine Parallelwelt, abgetrennt von seinem eigenen System und nun allein?

Fine Art Inkjet Print, 59,4 x 42 cm, Auflage: 100 + 20 A.P., rückseitig nummeriert und signiert, € 350,- zzgl. Versand.