Tauba Auerbach

Pilot Wave Induction (altered stills), 2018 (2018)

In Tauba Auerbachs Werk geht es um das Verhältnis zwischen visuellen Systemen in der Sprache von Malerei, Kunsthandwerk und Skulptur und denen der Wissenschaften, von der Physik über die Linguistik bis hin zur Biologie. In experimentellen Arbeiten, die zumeist dem Idiom der Abstraktion verpflichtet sind, greift Auerbach auf Formen des Sehens und Erkennens zurück, die über bloße Empirie hinausgehen. Die lange Geschichte bildender Kunst als einer Form, die mit wissenschaftlichen Methoden vergleichbar ist, schreibt Auerbach mit Blick auf heutige Schnittstellen fort, indem sie sich mit zeitgenössischen Tendenzen in der Wissenschaft auseinandersetzt.Als Edition für TEXTE ZUR KUNST hat Auerbach zwei Einzelbilder aus einem Film verarbeitet, in dem sie ihren eigenen Nachweis der früher kontroversen Theorie der Führungswelle versucht: einer Erklärung der Grundstruktur des physischen Universums, die ihre Hauptvertreter selbst wegen ihrer abwegigen quantentheoretischen Implikationen verwarfen, die heute aber von vielen Physikern akzeptiert wird. Die Ergebnisse von Auerbachs künstlerischer Forschung (zu möglichen Schlussfolgerungen aus ihrem Experiment bezieht sie keine Stellung) zeugen von den tiefliegenden Verbindungen zwischen Abstraktion und den physikalischen Grundlagen des Universums selbst und erinnern so daran, dass die Erfindung der Abstraktion in der westlichen Malerei beinahe zeitgleich mit dem Aufkommen der Quantenphysik stattfand. Auerbachs Satz von zwei C-Prints ist ein überzeugendes Beispiel einer Form von Abstraktion mit historischen Wurzeln, die die Vorstellung einer Loslösung abstrakter Kunst von der natürlichen Welt infrage stellt.

Set von zwei C-Prints, je 30,5 x 22,9 cm, realisiert mit Rafe Scobey-Thal, Auflage: 50 + 10 A. P., Rückseitig nummeriert und signiert, € 490,- zzgl. Versand.