Amy Sillman

pink pink pink black 2 (2016)

„Was Ad Reinhardt so großartig macht“, so Amy Sillman in einem Essay für das Zine „Das Diagramm“, das sie 2009 herausbrachte, „ist die Spaltung, die bei ihm dem großen Ganzen zugrunde liegt […]: nicht nur der große Ernst der geometrischen Abstraktionen und auch nicht nur die übermütigen Collagen […], sondern die Zirkulation zwischen ihnen, eine Ökonomie der Kreisläufe, in der Ernst und Satire gleichwertig sind.“ Dasselbe Bewusstsein für die Formbarkeit der Grenzen des Werks spricht aus den von der New Yorker Künstlerin ausgewählten Papierarbeiten „Pink Drawing #4“ (2016; links) und „Pink Drawing #19“ (2015; rechts), zwei Knotenpunkte in einer zeichnerischen Ausein­andersetzung mit einer katholischen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert in Bregenz. Diese setzt sich von der eher strengen umgebenden Architektur (darunter Zumthors Kunsthaus) durch Streifen und seltsame Figuren ab, die in einem grellen Rosaton auf die nüchternen Stuckwände aufgemalt sind. Im Lauf ihrer Besuche in Bregenz machte die Künstlerin sich die eigenartigen körperhaften Qualitäten dieses Raums zu eigen; in Bezug auf die vorherrschenden Farbtöne der Kapelle beschränkte sie die Palette ihres Projekts für das Kunsthaus Bregenz auf „pink pink pink and black“. So wie Malerei bei Sillman oft die Grenzen zu Zeichnung, Diagrammatik, digitaler Animation und anderen Formen aufweicht, ist auch die malerische Geste selbst in ihren Arbeiten nie trennscharf auf Figuration oder Abstraktion beschränkt. In Verbindung mit der Vorstellung einer auf ihr Umfeld reagierenden „relationalen“ Farbigkeit bilden diese Elemente eine Ökonomie semiotischer Kreisläufe – hier in Gestalt von Lachen gradierter Rot- und tektonischer Grautöne, deren Formen zwischen kalligrafischer Linie, körperlicher Geste und poetischer Markierung oszillieren.

Ditone Print, 70 × 50 cm, Auflage: 100 + 20 A.P. + 2 P.P., rückseitig nummeriert und signiert, je Motiv € 350,– zzgl. Versand. Sie können eines der beiden Motive auswählen.