Edition Heft 53, Thomas Demand, "Dashboard" (2004)

Thomas Demand

Dashboard (2004)

Auf den ersten Blick wirken Thomas Demands Fotoarbeiten wie höchst stilisierte fotografische Abbildungen authentischer Orte, Räume und Objekte. Doch wenig später sieht man sich mit dem irritierenden Gefühl konfrontiert, dass irgendetwas daran nicht "stimmen" könnte. Die Atmosphäre auf den Bildern ist aufgeräumt und clean, und obwohl die Gegenstände offensichtlich "gemacht" sind, wirken sie seltsam unbenutzt, als seien sie niemals mit einem Menschen in Berührung gekommen. Durch das Fehlen jeder individuellen, menschlichen Spuren und "Geräusche" vermitteln die Fotografien Leere sie stellen Abwesenheit aus, gleichzeitig zeigen sie ihren Gegenstand vollkommen durchinszeniert, dabei aber auch überscharf und auf das Wesentlichste reduziert. Thomas Demand verbindet in seinen Arbeiten Fotografie und Bildhauerei, denn die fotografischen Aufnahmen mit einer Plattenkamera basieren auf der modellhaften Wiedergabe von Innenräumen, Gebäuden und Objekten, die er in präziser und minutiöser Arbeit aus Papier und Karton selber anfertigt. Auf diese Weise schreiben sich skulpturale Elemente in die Bilder ein, die dem Dargestellten einen abstrakten, fast zeichenhaften Charakter verleihen.Trotz dieser reduzierten Übersetzung" hat man es nicht mit einer Formalisierung oder Kultivierung von Oberflächen zu tun. Die Gegenstände sind mit ihrer jeweils eigenen Geschichte aufgeladen, auch wenn jeder Verweis auf einen spezifischen Kontext fehlt. Thomas Demand greift häufig auf "historische" Vorlagen zurück, etwa in der Arbeit "Raum" (1997), die Hitlers Hauptquartier nach dem Bombenattentat vom 20. Juli 1944 zeigt oder in "Auszählung" (2001), eine Fotografie, die sich auf die umstrittene Nachzählung von Stimmzetteln in Florida bezieht, die der fragwürdigen Amtseinsetzung von George W. Bush vorausging.Thomas Demands Arbeit für "Texte zur Kunst" bezieht sich auf das Armaturenbrett des Golf 1.

Der lichtechte Digitaldruck von Thomas Demand mit dem Titel "Dashboard" (2004) hat die Maße 26 cm x 65 cm, ist in 3 mm Resopal laminiert und auf der Rückseite signiert und nummeriert. Die Edition liegt in einer Auflage von 100 Exemplaren + 15 Künstlerexemplaren vor.