Vervielfältigung

Florian Pumhösl

Vervielfältigung von Bild No. 27 und Bild No. 29 (2009)

Seit Mitte der 90er Jahre gehört Florian Pumhösl zu den international bedeutendsten Vertretern einer das Erbe der Moderne reflektierenden Kunst. Für die documenta 12 schuf der in Wien lebende Künstler eine Installation mit dem programmatischen Titel „Modernologie (Triangular Atelier)“, die den Verbindungen zwischen der deutschen, russischen und japanischen Avantgarde nachging. Ein besonderer Stellenwert kam in diesem Zusammenhang einer Serie von filigranen Hinterglasmalereien zu. Bei dieser Bildform handelt es sich um ein weitgehend vergessenes Medium der ästhetischen Moderne. Der Großteil dieser Arbeiten, die erstmals 2006 zu sehen waren, weist ein grafisches Formenvokabular aus schwarzen, mitunter durch Wiederholung rhythmisierten Strichen, schmalen Dreiecken, angedeuteten Kreisen und variierten Haken auf, die in konstruktivistischen Kompositionen vor einem monochrom weißen Hintergrund schweben. In ihnen kommt es zu einer bewusst ästhetisierenden Ausklammerung von Funktionalität. Der ursprüngliche Gebrauchswert dieser abstrakten Motive bleibt zugleich aber insofern präsent, als die Referenz auf ihren historischen Ursprung immer mitgeliefert wird – etwa durch Layoutformate evozierende Titel wie „Aushang“, „Plakat“ und „Tabloid“, die auf japanische Typografien der 1920er und 1930er Jahre zurückverweisen. Für „Texte zur Kunst“ hat Florian Pumhösl eine Edition konzipiert, die unmittelbar dem Kontext seines Projekts der „Modernologie“ entstammt. Bei „Vervielfältigung von Bild No. 27 und Bild No. 29“ (2009) handelt es sich um eine schwarze Mappe mit zwei Linoldrucken abstrakter Motive auf der Grundlage und in der Originalgröße seiner Hinterglasmalereien. Einer Inventarisierung gleich ist die Auflagennummer eines jeden Sets mit einem Stempel in die Drucke selbst integriert. Pumhösls Edition lässt damit den Aspekt der intermedialen Übertragung konsequent in den Vordergrund treten, den seine jüngsten Ausstellungen und Werkkomplexe in kondensierter Form als Grundbedingung der künstlerischen Moderne haben thematisch werden lassen.

Für Texte zur Kunst hat Florian Pumhösl eine Edition mit dem Titel „Vervielfältigung von Bild No. 27 und Bild No. 29“ (2009) konzipiert. Jedes Exemplar besteht aus zwei Linoldrucken mit Motiven aus „Modernologie“ (2007). Die Drucke, die in einer eigens produzierten grauen Mappe aufbewahrt sind, haben die Maße 39 × 27 und 36,6 × 27 cm. Beide Drucke sind mit einem schwarzen Stempel auf der Vorderseite nummeriert und auf einem separaten Blatt mit einem schwarzen Stempel nummeriert und signiert. Die Edition liegt in einer Auflage von 100 + 20 Künstlerexemplaren vor und kostet 245,– Euro zzgl. Versand.