Doch nichts über Produser oder Carchitecture

Die komische Idee einer Bad Bank hatte im ersten Moment etwas rührseliges und fast befreiendes. Ja, genau, selbst an der Kante zum Totalcrash, – beim allerletzten Schein, der hämisch aus dem Bankomaten rausschnurrt -, kann man das noch pragmatisch lösen. Ok, und wer ruft jetzt die Mafia an, für die ist das ja ein Klacks. Etwas länger betrachtet, ist es wohl ein besorgniserregendes Beispiel wie sehr echte Verzweiflung und Ratlosigkeit den Verstand umnebelt. Plötzlich gibt es wieder klar sortierte Kategorien wie wirklich gut und echt böse? Dass das auch noch via einer maximal diffusen Materialität wie Geld wieder eingeführt wird, ist eventuell noch der verbliebenen Rest- oder künftiger Testintelligenz geschuldet.

Der Galerist Rüdiger Schöttle plädiert, diese Idee direkt für den Kunstmarkt zu übernehmen. Also Arbeiten, die auf Auktionen unter Gebot wieder zurückgegangen sind bzw. keinen Abnehmer fanden, sollen so zwecks Werterholung in einer zu gründenden Kassengift-Galerie gesund geparkt werden. Man sorgt sich etwas um das Betriebsklima in einer solchen Galerie. Kapitalschwund und Minuswertigkeit wäre der einzige Atmofaktor dort. Andererseits haben SAAB oder ein Kunstmagazin wie ART seit Firmengründung nie ein positives Geschäftsergebnis erwirtschaftet. Es mag zwar auch unterbewertete Aktien im Geldmarkt geben, dennoch klemmt die Transferidee leicht an der Selektionsrampe, wenn man in Erwägung zieht, dass im Kunstbetrieb nicht nur ein ausschließliches Bewertungskriterium -nämlich der vermeintlich reale Verkaufswert- existiert, sondern sich zeitgleich verschiedene Qualitätsparameter um changierende Relevanzen duellieren (sollten).