Cosima von Bonin, "Dirk's Mates (Pierre, Aal, Hund)" (2003)

Cosima von Bonin

Dirk's Mates (Pierre, Aal, Hund) (2003)

Cosima von Bonin setzt sich in ihrer Arbeit jedem Versuch der Beschränkung entgegen. Sie lässt sich weder auf ein Medium festlegen – neben Bildern, Skulpturen und Installationen macht sie auch Filme und Performances – noch versteht sie ihre künstlerische Arbeit als ihren alleinigen Kosmos. So hat Bonin durch das Involvieren von Freunden in den Prozess ihrer eigenen Produktion immer wieder ihr integratives Vorgehen unter Beweis gestellt. Ihre Kollaborationen mit anderen Künstlern gingen dabei über den Kunstkontext hinaus und schlossen auch Bezüge zu Mode und Musik in ihre Arbeit mit ein, aber auch künstlerische Vorbilder wurden immer wieder zum Bestandteil der eigenen Arbeit.

So umfasste beispielsweise das 1. Grazer Fächerfest (1995) – ursprünglich die Einladung, im Grazer Forum Stadtpark eine Einzelausstellung auszurichten – eine ganze Plattform für verschiedene Aktivitäten ihrer Freunde: eine Ausstellung von Skulpturen und Zeichnungen, ein Theaterstück, DJ-Abende, Konzerte und Filmaufführungen.

Die Arbeiten Cosima von Bonins scheinen sich Interpretationsversuchen zunächst zu verschließen und wirken vielfach absichtsvoll übercodiert. Dennoch lassen sich in dem scheinbar unübersichtlichen Feld von Bezügen und Themen bestimmte Vorlieben beobachten: etwa die Präferenz für bestimmte Materialien wie Baumwolle, Leinen, Loden, Filz, Seide oder Samt oder aber immer wiederkehrende Zeichen wie etwa Fahnen oder Zäune. So installierte Bonin in ihrer Ausstellung im Kunstverein Braunschweig („The Cousins“, 2000) einen Parcours aus ausgestopften Stoff-Zäunen, der sich leitmotivisch durch die gesamte Ausstellung zog. Zu den „Lieblingsmotiven“ Bonins zählen außerdem Pilze, die ebenfalls aus bunten Stoffen genäht sind und entweder ausgestopft aus dem Galeriefußboden zu sprießen scheinen oder aber von der Decke herabhängen.

Einige ihrer bevorzugten Materialien kommen in der Edition für Texte zur Kunst zum Einsatz: Ihre dreiteilige Arbeit aus Samt und Filz, bestehend aus einer Dachlatte, einem Aal und einem Hund, scheint ebenso rätselhaft wie allegorisch. So könnte sich hinter den drei Objekten — allesamt „Dirk’s Mates“ — ein nicht entschlüsselbares Sprichwort verbergen, oder aber eine Erzählung, die eben um diese sdrei „Protagonisten“ und ihren abwesenden Vierten kreist. Und wer ist eigentlich Dirk?

Die dreiteilige Arbeit von Cosima von Bonin mit dem Titel „Dirk’s Mates (Pierre, Aal, Hund)“ (2003) besteht aus einer in ein Samt-Futteral eingefassten Dachlatte („Pierre“) mit den Maßen 70 cm x 4 cm x 2 cm, einem mit Sand gefüllten Aal aus Samt mit den Maßen ca. 55 cm x 7 cm x 2 cm und einem aus Filz ausgeschnittenen Hund mit den Maßen ca. 27 cm x 17 cm x 5 mm. Die Arbeiten sind jeweils auf der Arbeit „Pierre“ signiert und nummeriert. Die Edition liegt in einer Auflage von 100 Exemplaren + 20 Künstlerinnenexemplaren vor und kostet EUR 245,– zzgl. Versand.