Yngve Holen

Domesticated Lug Nut (2018)

Die Radmuttern, die Yngve Holen für diese Edition zweckentfremdet und als Kunst "domestiziert" hat, dienen eigentlich dazu, die Räder eines Luxusfahrzeugs an den Radachsen zu befestigen. Dafür hat er jedes mit einem starken Magneten bestückt … damit man damit Zettel an die Kühlschranktür pinnen kann? Vielleicht, aber Sammler/innen sollten Vorsicht walten lassen. Die Muttern liegen schwer in der Hand und strahlen Kraft aus, und tatsächlich ist einer der Magnete stark genug, die Richtungsortung in der Nähe liegender elektronischer Geräte zu stören. Verschiebungen und Manipulationen wie in dieser Edition sind typisch für Holens Praxis, ebenso der Umgang mit hochwertigen Industriegütern und Konsumartikeln. Doch ist es mehr die Schwingung zwischen Anlehnen und Ablehnung, die den Kern von Holens Arbeit ausmacht – siehe etwa den Porsche Panamera 4, den Holen 2016 mit Diamantdraht vierteilte, um die Schnitte (die vertikal zwischen den vier Sitzen verliefen) wie ein für die Pathologie präpariertes Gehirn auszustellen, oder die ringförmigen Abdeckungen hochmoderner CT-Körperscanner, die er 2015 in eigens gestalteten Nylonüberzügen präsentierte. Dennoch sind Holens Werke nicht bloßer Ausdruck von Technologiefetischismus. Eher schon sollte man sie im Sinne des strategischen Einsatzes des industriellen Readymades bei den historischen Avantgarden lesen, wo das Warenobjekt sich mit dem Körper als wertgenerierender Maschine kreuzte, vielleicht sogar für ihn einstand. Hier wirkt Holens „domestizierte Radmutter“ im Wortsinn anziehend und spielt zugleich mit Formen physischer Stabilität und symbolischen Begehrens.

Lasergravierter Felgenschraubenmagnet, Höhe: 4,3 cm, Durchmesser: 3,2 cm, Auflage: 60 + 20 A.P. , nummeriert auf der Felgenschraube (Gravur), signiertes Zertifikat, € 350,- zzgl. Versand.