Heimo Zobernig, ohne Titel, 2007

Heimo Zobernig

ohne Titel (2007)

Den Arbeiten des in Wien lebenden Künstlers Heimo Zobernig ist eine Mischung aus konzeptueller Strenge, aktuell relevanten künstlerischen Fragestellungen und Optimismus eigen. Seine vielfältigen Revisionen der Minimal Art und der Konzeptkunst gelten für die Auseinandersetzung mit Werk- und Autorschaftsentwürfen ebenso als feste Bezügsgröße wie sich seine Objekte, Skulpturen, Räume, Malereien, Kataloge und Videos einer verkürzten Rezeption entziehen. „Meine künstlerischen Entscheidungen basieren auf Recherche, deren Auswertung man sicherlich als launig beschreiben könnte“, gab Zobernig selbst einmal zu Protokoll und macht damit auf die zwiespältige Allianz aufmerksam, die in seinen Arbeiten kontextbezogene und institutionelle Vorgaben mit einer spezifischen ästhetischen Praxis eingehen: Mit der Verarbeitung einfacher Materialien – bevorzugt Pressspan, Dispersionsfarbe, schwarze Abtönfarbe, Jute, Karton etc. –, buchstäblich verrückten Hängungen von Leinwänden in Ausstellungsräumen vor Fenstern und in Durchgängen sowie experimentellen Bluebox-Videos verwischt Zobernig die Grenzen zwischen den Disziplinen abstrakter Kunst, Design und Architektur. Eine der jüngsten Werkserien Zobernigs besteht aus monochrom grundierten Leinwänden, auf die in verschwenderischen Mengen kostbare Swarovski-Steine geklebt sind – da funkelt die Zobernig typisch reduzierte Malerei plötzlich und trägt humorvoll ihre eigene Wertigkeit zur Schau. Bereits Mitte der neunziger Jahre malte Zobernig Streifenbilder, die in ihrer grafischen Anordnung an Testbilder von Fernsehmonitoren erinnern. Die vertikalen Blockstreifen folgen keiner eindeutigen Vorgabe, entbehren aber gleichzeitig in ihrer Formstrenge einen expliziten malerischen Gestus. Für „Texte zur Kunst“ hat Heimo Zobernig einen Siebdruck entwickelt, der auf diesem früheren Motiv basiert, allerdings ist hier das malerische Verfahren durch einen Druckvorgang ersetzt. Durch die Verwendung nur eines Schwarztons – der durch verschiedene Rasterungen in mehreren Grautönen gedruckt ist – wird das Rationale und Unspektakuläre des Motivs zugespitzt und gleichzeitig seine dekorative Wirkung dezent hervorgehoben.

Für Texte zur Kunst hat Heimo Zobernig einen Siebdruck ohne Titel konzipiert, der einfarbig schwarz auf Rives Bütten 350-g-Papier gedruckt und auf der Vorderseite signiert und nummeriert ist. Die Edition hat die Maße 59,4 x 42 cm und liegt in einer Auflage von 100 + 20 Künstlerexemplaren vor. Sie kostet 245,– plus Versand.