Peter Fischli/David Weiss, „Ohne Titel (Airport Zürich, 2000)“, 2007

Peter Fischli/David Weiss

Ohne Titel (Airport Zürich, 2000) (2007)

Die Arbeiten des Schweizer Künstlerduos Peter Fischli & David Weiss überraschen immer wieder durch einen Wechsel des künstlerischen Materials und Verfahrens. So erstreckt sich ihr Werk über unterschiedliche Medien wie Skulptur, Fotografie und Film und entzieht sich so einer einseitigen Klassifikation. Allen Arbeiten gemein ist jedoch ihr Bezug zum Unspektakulären, Alltäglichen und scheinbar Banalen. Dies zeigt sich sowohl in dem Gebrauch kunstferner Materialien – wie etwa den Küchenutensilien, die sie für „Equilibres – Stiller Nachmittag“ (1984-87) zu spielerisch ineinander gefügten labilen Konstruktionen zusammenfügten, um sie im Foto festzuhalten, bevor sie wieder in sich zusammenfallen – , oder in der an abwegige Hobbybasteleien erinnernden Ästhetik, die beispielsweise den aus Wurstaufschnitt gefertigten Skulpturen ihrer ersten gemeinsamen Arbeit „Wurst-Serie“ (1979) anhaftet. Auch die sich unspektakulären Orten und Objekten wie Flughäfen oder Blumen bzw. Pilzen widmenden Fotoserien führen das Alltägliche nicht vor, sondern erkunden und befragen dieses mit einem aufmerksamen Blick. Dem Forschergeist der beiden Künstler ist dabei stets ein humoristisches Moment eingeschrieben. Die Sonderedition, die Fischli / Weiss für „Texte zur Kunst“ konzipiert haben, besteht aus einem dreiteiligen Offsetdruck, für den das Künstlerduo ein Motiv aus ihrer bekannten „Airport“-Serie (1987–2006) neu auflegt. Im Gegensatz zu den klein-formatigen Fotografien der ursprünglichen Serie, für die sie Rollfeld-Situationen verschiedener Flughäfen festgehalten haben, übertragen die Künstler das Motiv hier in ein mit 1,30 x 2,49 m für die Arbeiten der beiden ungewöhnlich großes Format. Dadurch wird ein Ausblick aus dem Terminal auf das Rollfeld des Züricher Flughafens suggeriert, auf dem ein Flugzeug der Schweizer Fluggesellschaft Swiss Air steht. Die Aufnahme wurde durch das Fenster des Flughafengebäudes aufgenommen, so dass sich über das Motiv die Reflexion der Abfluganzeige legt – so erscheint der banale Alltag auch hier unerwartet in anderem Licht.