Thomas Bayrle, „Tassen / Tassen 1968 /2008“, 2008

Thomas Bayrle

Tassen / Tassen 1968 /2008 (2008)

In den letzten vier Jahrzehnten hat Thomas Bayrle, der von 1975 bis 2002 als Professor an der Städelschule in Frankfurt am Main tätig war, ein umfangreiches Werk an Grafiken, Siebdrucken, Textilien, Tapeten, Objekten und Filmen hervorgebracht, dessen zentrales Prinzip in der Serialität einzelner Motive zu suchen ist. Massenproduktion und Akkumulation sind die leitenden Topoi von Bayrles Arbeiten. Zumeist werden identische Formen und Piktogramme wie Tassen, Dosen oder Schuhe zu Bildkörpern zusammengesetzt. Aus der Addition der immer gleichen – zumindest aber ähnlichen – Motive entwickelt Bayrle seine sogenannten „Superformen“, deren einzelne Elemente der Gesamtkomposition jedoch nicht hierarchisch untergeordnet sind, um so Allegorien des gesellschaftlichen Verhältnisses von Individualität und Kollektivität zu kreieren. Für „Texte zur Kunst" hat Thomas Bayrle aus einem von ihm eigens entworfenen Stoff, in den ein von ihm entwickeltes Tassenmotiv aus dem Jahr 1968 eingewoben wurde, ein Hemd vom Modelabel clemens en august produzieren lassen. Diese Übertragung seiner seriellen Motive auf Kleidungsstücke hat Bayrle seit den sechziger Jahren immer wieder vorgenommen, etwa auf Regenmäntel, Röcken, Hosen, Mäntel. Für Bayrle, der eine Ausbildung zum Weber absolvierte, stellen Stoffe selbst serielle Strukturen dar, die sich durch die rechtwinklige Verkreuzung von Kette und Schuss ergeben. Sie fungieren so als Metapher der grundlegenden Textur sozialer Gefüge, wie sie seine künstlerische Arbeit kontinuierlich antreiben.

Für Texte zur Kunst hat Thomas Bayrle ein Hemd konzipiert. Es trägt den Titel „Tassen / Tassen 1968 /2008“ und ist in den Größen XS, S, M, L und XL erhältlich. Das Hemd wurde in Kooperation mit dem Modelabel clemens en august produziert. Die Edition liegt in einer Auflage von 100 + 20 Künstlerexemplaren vor. Jedem Exemplar ist ein Label eingenäht und ein signiertes und nummeriertes Zertifikat beigefügt.