Robert Longo

Untitled (Janet, from the Men in the Cities Series) (1981/2016)

In den 1960ern entmaterialisierte die Konzeptkunst das Kunstobjekt und ersetzte es durch das Foto (als materiellen Träger). In der Nachfolge dieser Verschiebung reflektierten Künstler/innen wie Robert Longo, Cindy Sherman, Richard Prince und andere, die als Pictures Generation bekannt wurden, diesen Ortswechsel und machten in piktorialer Form das „nicht-künstlerische“ Bild zum Objekt. Die Distanz zwischen Zeichen und Bezeichnetem gewann hierin eine weitere Schicht; Bildreferenzen verwiesen nun nicht mehr auf das Original, sondern auf seine mediale Vermittlung. Und viele Arbeiten der Pictures Generation, medienaffin und leicht medialisierbar, lebten in der Folge jenseits der Kunstwelt weiter, wiederum angeeignet von der Massenkultur. Zu den ikonischsten dieser Arbeiten zählt gewiss Robert Longos monumentale Serie „Men in the Cities“ – inspiriert von einer Szene in Fassbinders experimentellem Film noir „Der amerikanische Soldat“, in der eine Figur, die erschossen wird, in einem sublimen Moment der Gewalt in der Luft hängt. Sowohl die nihilistischen No-Wave-Affekte der frühen 1980er als auch die späteren rücksichtslosen (Karriere-)Ambitionen, die das Jahrzehnt ausmachten, werden in dieser Serie eingefangen.

Longos Edition für Texte zur Kunst steht in direkter Verbindung mit ihr. Die „Men in the Cities“ (sowie die unzähligen Bilder, die die Serie hervorgebracht hat) werden hier in eine einzige Fotografie destilliert. Das Foto stammt aus dem Set, das Longo als Vorlage für die Originalzeichnungen aufnahm. Es zeigt eine Freundin des Künstlers und entstand ca. 1980 auf Longos Dach; die Skyline eines eben deindustrialisierten Manhattens bildet den Horizont.

Fotografie auf Canson-Platine-Fiber-Papier, Bildgröße: 37,4 × 25,4 cm, Papiergröße: 45,7 × 35,6 cm, Auflage: 100 + 20 A.P., vorderseitig nummeriert und signiert, € 450,– zzgl. Versand.