Christopher Wool Edition

Christopher Wool

Untitled (West Texas) (2009)

Christopher Wool machte in den 1990er Jahren durch seine großformatige „Word Paintings“ auf sich aufmerksam, in denen bissige Kommentare, Song- oder Filmzitate in schwarzen Buchstaben auf weißem Grund platziert waren. Hieran schloss eine auf eher malereiimmanente Fragestellung konzentrierte Phase an, in welcher der US-amerikanische Künstler traditionelle Methoden der malerischen Bildproduktion dekonstruierte. So sprühte er beispielsweise mit einer Farbpistole schwarze Linien auf die Leinwand, um sie anschließend mit Hilfe von in Lösungsmittel getauchten Tüchern wieder auszulöschen, oder bediente sich zur Produktion seiner Bilder neuer Computertechnik. Neben der permanent von ihm im Lichte technischer Medien reflektierten Malerei schließt seine künstlerische Produktion auch Siebdruck und Zeichnung ein. Darüber hinaus erweiterte Wool sein künstlerisches Repertoire um Fotografien in kontrastreichem Schwarzweiß, in denen – analog zu seinen Gemälden, Zeichnungen und Drucken – ein ausgeprägtes Interesse an kompositorischen Fragen manifest wird. Für „Texte zur Kunst“ hat Christopher Wool eine Edition produziert, für die er sich erstmals der Farbfotografie bedient. „Untitled (West Texas)“, 2009, zeigt einen stillen Ort des gleichermaßen abgelegenen Ateliers von Wool in Marfa, Texas, in jener mythenumwobenen Stadt, in der Donald Judd seit 1977 lebte und im grellen Licht und vor dem endlosen Horizont der Wüste die Marfa Foundation gründete. In der linken oberen Ecke der Fotografie ist ein mit weißer Farbe bemaltes, nunmehr diaphanes Fenster zu sehen, das durch Sonnenstrahlen gleichsam zum Leuchten gebracht wird, die jedoch nicht in den Raum selbst eindringen können. Er scheint abgeschieden und verlassen. Nur die Farbsprenkel auf dem Boden verweisen indexikalisch wie die Fotografie selbst auf die künstlerische Aktivität seines Besitzers und lassen Analogien zu den charakteristischen Schlieren und Verlaufsspuren auf seinen Gemälden zu. Wools Farbfotografie partizipiert so an dem Mythos des „Atelier du Peintre“ als isoliertem Rückzugsort sowie dem der texanischen Wüste. Gleichzeitig stellt sie ihr durch sein banales und alltägliches Motiv aber in die Tradition von dessen Dekonstruktion, wie sie etwa auch von Bruce Nauman in den Aufzeichnungen aus seinem Studio in der Wüste New Mexicos vorangetrieben wird.

Für Texte zur Kunst hat Christopher Wool eine Farbfotografie mit dem Titel „Untitled (West Texas)“, 2009, produziert. Die Edition hat die Maße 21,7 × 28 cm (bei einer Motivgröße von 16,6 × 24,9 cm) und liegt in einer Auflage von 50 + 10 Künstlerexemplaren vor. Sie ist rückseitig signiert und nummeriert und kostet 580,– Euro zzgl. Versandkosten.