M.Weischer_Edition_91

Matthias Weischer

Berg (2013)

Matthias Weischer, geboren 1973, wird der sogenannten Neuen Leipziger Schule zugerechnet, also jener Gruppe deutscher Künstler, die vor einigen Jahren mit figurativer Malerei international Aufsehen erregten. Mit seiner Edition für „Texte zur Kunst“, einer schlicht „Berg“ betitelten Lithografie, arbeitet der Maler Weischer nicht auf Leinwand, die in seinem Werk durchaus auch großformatig ausfallen darf, sondern auf dem kleineren Medium Blatt. Und einen solchen Maßstabswechsel zwischen Groß und Klein führt auch „Berg“ vor. „Wie ein Kiesel“, so Weischer selbst, liegt die im Vordergrund situierte geologische Formation in der flachen Landschaft. Tatsächlich spielt dieses fast schon figürlich zu nennende Gebilde auf zwei Größenskalen zugleich: Als Gegenpart zum sich im Hintergrund erhebenden Massiv ist es eindeutig „Berg“; als abgeschlossene, gerundete Form, der die sie umstehenden und wie auf ihr hockenden Büsche und Bäume Gesellschaft leisten (als hätten diese den Berg beklettert), wirkt sie eher wie ein vereinzelter Stein – groß und klein zugleich, als Teil der Landschaft und doch fast schon wie eine Figur in ihr. Weischer hat dieses Motiv auf einer Reise durch die Alpen gefunden und in einer „flüchtigen Begegnung“ – wiederum seine Worte – zeichnerisch festgehalten. Auch dieses rasch Vorüber­gehende ist in Weischers Lithografie eben „festgehalten“. Vor einem grundierenden Farbverlauf von Lindgrün über Flieder zum blassen Orange-Rosé des Bodens stehen die sich wellenden, vereinzelten weißen Pinselstriche der Wolken und die schwarzen, die die eher karge Vegetation wie getuscht aufzeichnen. Obwohl ein alpines Motiv, gehen diesem Berg und seiner Umgebung alles Monumentale ab. Stattdessen vermittelt er fast ein Gefühl von Leichtigkeit.

Matthias Weischer, „Berg“, 2013, Lithografie, 30 x 40 cm, 100 + 20 A.P., vorderseitig nummeriert und signiert, € 290,- zzgl. Versand.