Sherman Nr.11

Cindy Sherman

Untitled, 1986/93 (1986/1993)

Wir hatten Cindy Sherman vorgeschlagen, die feministische Rezeption ihrer Arbeit als "Maskerade" oder "plurale Identitäten" zu kommentieren. Sie schickte uns dieses Photo. Der Blick des waldschratartigen Wesens gilt nicht dem Betrachter. Man kann nur ahnen, mit welchen verzweifelten Gedanken sich diese Person befasst, die so aussieht, als würde sie eine Pause machen, als sei sie von einem Ort weggelaufen, der sie mit Grauen erfüllte. Es geht hier also, auch wenn eine Maske zu sehen ist, nicht um das Maskenhafte oder die Aussage, dass Identität immer verstellt und künstlich sein muss. Eher handelt es sich darum zu zeigen, dass egozentrisches Ausleben von mentalen Zuständen möglich ist.