Cecily Brown

The Last Shipwreck (2018)

Die in London geborene und in New York lebende Cecily Brown ist vor allem für ihre großformatigen Gemälde bekannt, deren stark bearbeitete Oberflächen sich oft in einen Strudel aus Gestik und Farbe verwandeln. Trotz ihrer Größe und Bestimmtheit gibt es etwas zutiefst Prekäres an der Art, wie Browns Gemälde zusammengehalten werden, als ob die gesamte Komposition auf der Kante eines Messers wankt und jeden Moment zu zerfallen droht. Wie passend also, dass Brown, eine große Bewunderin französischer romantischer Tableaus, ihre Aufmerksamkeit auf tosende Wasser in klassischen Schiffswrackszenen richtet; das Meer als eine passende Analogie für die Oberfläche einer Leinwand und Browns Pinsel als ein misstrauischer Passagier in den Fluten.In ihrer Edition für "Texte zur Kunst" – ein Ditone-Druck eines ihrer epischen Schiffswrackbilder – können wir genauer erkennen, wie Browns überdimensionale Bilder auch Momente des Zweifelns und der Zurückhaltung enthalten, wie etwa in der unterschiedlichen Intensität im Farbauftrag, schwankend irgendwo zwischen Direktheit und Zurückhaltung. Die Fähigkeit, gegensätzliche Kräfte zusammenzuhalten, aus solchen Spannungen eine Komposition wie "The Last Shipwreck" zu konstruieren und das daraus resultierende Bild von innen heraus erbeben zu lassen, ist eine Qualität, die Brown mit der von ihr bewunderten amerikanischen Nachkriegsgeneration von Maler*innen teilt. In dieser sehr persönlichen Edition lässt sich sehen, wie Brown die zugrunde liegenden Strukturen ihrer Bilder aufbaut, um die für ihre Kunst charakteristischen dramatischen Effekte zu erzielen.

Ditone-Print, 52 x 50 cm, Auflage: 100 + 20 A.P.+ 2 P.P., rückseitig nummeriert und signiert, € 490,- zzgl. Versand.