Maria Lassnig, "Erwachsen", 2007/2008

Maria Lassnig

"Erwachen" (2007/2008)

Seit über sechzig Jahren entwickelt die österreichische Künstlerin Maria Lassnig ein OEuvre, das ebenso biografisch motiviert wie psychoanalytisch, kunsttheoretisch und feministisch geschult ist. Schon während ihres Studiums Anfang der fünfziger Jahre in Wien zog es sie nach Paris, wo sie unter anderem mit André Breton und Paul Celan zusammen traf. Sie lebte im Kreis der Literaten der Wiener Gruppe und übersiedelte Ende der sechziger Jahre für fast zwei Jahrzehnte ins New Yorker East Village. Dort produzierte sie erste Trickfilme, in denen sich Motive finden lassen, die Lassnig auch in den Mittelpunkt ihrer Malerei rückt. Große Gesten sucht man in ihrem Werk vergeblich. Im Fokus dieser affektgeladenen Malerei, die sich niemals unter gängige kunsthistorische Stilrichtungen subsumieren ließ, steht das körperliche Empfinden. Die inzwischen klassischen „Körperbewusstseinszeichnungen“,die Lassnig zum Teil in Überlebensgröße erarbeitete und erstmals Ende der vierziger Jahre ausstellte, sind Selbstdarstellungen, mitunter surreal anmutende Versuche, individuelles Körperempfinden bildhaft werden zu lassen, und können als wegweisende Auseinandersetzungen mit dem Rollenbild der Künstlerin verstanden werden. Mit dem Siebdruck „Erwachen“, den Maria Lassnig „Texte zur Kunst“ exklusiv als Edition zur Verfügung gestellt hat, knüpft sie an die Bildfindungsprozesse ihrer berühmten Gemälde an. Vor einem zitronengelben Hintergrund ist eine Formation von vier Figuren zu sehen, die durch dezente schwarze und kräftig rote Linien lediglich umrissen sind. Trotz der reduzierten Darstellung deuten diese abstrahierten Körper eine lebendige Interaktion an. Gleichzeitig löst sich das Bild in keine eindeutige Narration auf, es hält auf Distanz und ist gerade darin evokativ.

Für Texte zur Kunst hat Maria Lassnig einen Siebdruck mit dem Titel „Erwachen“, 2007/2008, konzipiert. Er hat die Maße 43 × 61 cm und liegt in einer Auflage von 100 + 20 Künstlerinnenexemplaren vor. Die Edition ist vorderseitig signiert und nummeriert und kostet 245,– Euro zzgl. Versand.