Katharina Grosse

o. T. (2018)

Wenige Künstler/innen der letzten 30 Jahre haben die Möglichkeiten des Mediums Malerei mit mehr Farbe und Überschwang ausgetestet und erweitert als Katharina Grosse. Unbeeindruckt von allseits beliebten Vorstellungen, was Malerei ist – oder was sie nach verbreiteter Meinung niemals sein kann –, wenden sich ihre Werke an Empfindung und Analyse oder besser: an das Empfindungsvermögen als analytisches Bewusstsein. Grosses charakteristische Installationen aus Pigmenten und Aufbauten sind ein permanenter Dialog zwischen den körperlichen und visuellen Ebenen der Erfahrung, der immer wieder die Vorstellung widerlegt, Malerei und leibhafte Interaktion seien unvereinbar.Grosses Erkundung der Rastlosigkeit zwischen den projizierten und realen Räumen der Malerei erstreckt sich auch auf ihre Leinwandarbeiten. In dieser eher klassischen Form verhandelt sie die Spannung zwischen Sehen und Vorstellen in strengerer Orientierung am zweidimensionalen Malgrund als Kulisse für einen Tanz zwischen Faktischem und Imaginiertem. Die Oberfläche ist somit zugleich materielle Basis und Projektionsfläche; wo Grosse Schichten übereinanderlegt, kann die vermeintlich feste Grundlage der Malerei sich als virtuelles Kartenhaus herausstellen, bei dem wir nicht wissen, was was überlagert, wo Dinge anfangen und wo sie enden. In ihrer Edition ohne Titel gelingt dieses Oszillieren mit einer im eigentlichen Sinne visuellen Intelligenz. Der durch unterschiedliche Farbinvertierungen entstandene Ditone-Druck verkehrt die gesamte Matrix ihres Werks und bringt so das unablässige Spiel realer wie imaginär geschichteter Oberflächen zur Geltung.

Ditone Print, 45 x 28,5 cm, Auflage: 100 + 20 A.P.+ 2 P.P., vorderseitig signiert und rückseitig nummeriert, € 350,- zzgl. Versand.