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Sturtevant

Dillinger Running Series (2000)

Es ist unmöglich, dasselbe zweimal zu tun oder zu schaffen- dies könnte als Ausgangsbeobachtung vor Sturtevants gesamter künstlerischer Produktion stehen. Wer immer versucht, sich den Arbeiten von Sturtevant begrifflich zu nähern, lässt sich auf ein heikles Unterfangen ein – Begriffe wie „Kopie“, „Fake“, „Imitation“, „Appropriation“ oder „Re-enactment“ scheinen bei der ersten Begegnung zu „passen“, stellen sich aber bei etwas genauerem Hinsehen als ungenau oder obsolet heraus und sind im Grunde bei jeder neuen Arbeit neu zu verhandeln. Schon in den sechziger und siebziger Jahren löste die Künstlerin Kontroversen aus, als sie ihre Idee unsetzte, Kunstwerke – Gemälde, Objekte, Fotografien und anderes – etwas von Marcel Duchamp, aber auch von zeitgenössischen Künstlern wie James Rosenquist, Jasper Johns, Andy Warhol, Frank Stella, Claes Oldenburg oder Joseph Beuys als exakte Kopien „noch einmal“ herzustellen. Erst in den achtziger Jahren fand diese Vorgehensweise ein Echo in der „Appropriation Art“ und wurde von Künstler/innen wie Mike Bidlo, Sherrie Levine oder David Salle aufgegriffen.

Für die „Texte zur Kunst“ Edition greift Sturtevant auf den „Mythos“ des John Herbert Dillinger zurück, eines berüchtigten Raubmörders, der in den dreißiger Jahren als „public enemy number one“ und Auslöser für abenteuerlichste Verschwörungstheorien in die Geschichte der von der wirtschaftlichen Depression geschüttelten Vereinigten Staaten einging. „Dillinger running Series“ liegt in einer Auflage von 120 Exemplare +10 Künstlerinnenexemplaren vor und kostet 245,- Euro zzgl. Versand.