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Marina Abramović

Energy Body (2026)

Marina Abramovićs wegweisendes Werk im Bereich der Performancekunst ist bekannt für seine formale Klarheit wie für die zentrale Rolle, die darin der Körper der Künstlerin als Ort der Selbstverwandlung einnimmt. Diese Eigenschaften finden sich auch in „Energy Body“ wieder. Die Edition steht in Verbindung mit der Werkgruppe „The Energy Clothes“, einer 2001 entwickelten Serie von Objekten, die bei alltäglichen Tätigkeiten getragen werden sollen. Die länglichen Kegelformen aus leuchtend bunter Seide, die als Hüte, Masken oder Bänder dienen, sind durch Magnetkraft energetisch aufgeladen. In einer Fotoserie von 2023 sieht man Abramović mit einer Gruppe von Performer*innen in dieser Energiekleidung in einem Park sitzen, über einen See rudern oder Hemden bügeln. Da sich die leuchtenden Farben der Requisiten deutlich von den profanen Hintergründen abheben, wirken die ausgeführten Handlungen surreal, zumal sich die Gruppe in zeremonieller Gleichförmigkeit zu bewegen scheint.Die begleitende Zeichnung „Energy Body“ ist in einer limitierten Edition von 35 Exemplaren reproduziert. Der Körper der geschlechtslosen Figur ist in Bereiche unterteilt, die jeweils mit einem spitzen Kleidungsstück versehen sind – rasch skizzierte Kegel im Schritt, auf dem Herzen, den Augen und dem Kopf. Ein schwungvoller, um den Kopf kreisender roter Wirbel verweist symbolisch auf die energetische Aufladung, die das Bewusstsein der Figur erweitert, und zugleich auf den hohen Spannungsgrad von Abramovićs Performances. „The Energy Clothes“ eröffnet zugänglichere Wege zu spiritueller Transformation als die in vielen ihrer ikonischen Werke angewandten Verfahren: Überschreitungen körperlicher, geistiger und emotionaler Grenzen, die zur Veränderung des Bewusstseins von Performer*innen und Betrachter*innen dienen. Zumindest auf formaler Ebene muten die dreieckigen Werkzeuge, die auf die empfindlichsten Teile des Körpers gerichtet sind, ebenso scharf an wie die Klinge eines Messers.