Batwaves

Gabriel Orozco

„Batwaves“ (2012)

Die Doppelfotografie ist ein wiederkehrendes Bildformat im Werk Gabriel Orozcos. Prominent ist „My Hands Are My Heart“ (1991), das den Künstler zeigt, wie er Lehm in seinen Händen zu einem abstrahierten Herzen formt. Besonders in seinen Notizbüchern sammelt Orozco neben schnellen Skizzen vor allem Fotos, arrangiert sie häufig zu zweit auf einer Seite und setzt so Bilder unterschiedlichster Herkunft zueinander in Beziehung. Zufällige Fundstücke neu zu kontextualisieren, steht auch im Vordergrund von Orozcos aktueller Ausstellung in der Deutschen Guggenheim, Berlin. Strandgut aus Mexiko und Fundstücke aus New York präsentiert er dort gemeinsam mit ihren fotografischen Doppelungen: In großformatigen Rastern sortiert er die Fotos der aufgelesenen Objekte nach deren Form und Farbe und wendet die Zufälligkeit ihres Zusammentreffens in eine zwangsläufig erscheinende Ordnung. Wie in seinen Notizbüchern verbindet Orozco auch in seiner Edition für „Texte zur Kunst“ zwei Motive miteinander. Ohne Rand oder Unterbrechung sind sie auf einem gemeinsamen Fotopapier zusammengefügt, und auch im Titel verschmelzen Flughund und Welle in derselben Unzertrennlichkeit zu „Batwaves“. Indem Orozco die beiden Bilder so eng und unkommentiert aneinanderbindet, schafft er auch hier die Erwartung eines Sinnzusammenhangs. Unweigerlich versucht man, beide Motive aufeinander zu beziehen, sei es über den Aspekt der Bewegung, sei es über einen narrativen oder geografischen Kontext. Doch anders als in den Klassifizierungssystemen der aktuellen Ausstellung lassen sich die beiden Fotos nicht eindeutig verorten. Sie stehen Orozcos Notizbüchern näher, in denen Bildbezüge und Muster noch offener und der Beginn eines Gedankens sind.

Gabriel Orozco, "Batwaves", 2012, Pigmentdruck auf Luster Photo Paper, 20,32 × 15,24 cm, Auflage: 80 + 20 A.P., rückseitig signiert und nummeriert, 490,– Euro zzgl. Versand.