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CFA Berlin Urbane Kunst Ruhr Manifesta CFA Berlin Urbane Kunst Ruhr Manifesta
7. August 2026

SIMULTANEOUSLY AND EQUALLY Flora Klein on Helen Frankenthaler at the Kunstmuseum Basel

In 1959, the Kunstmuseum Basel became the first European institution to acquire abstract expressionist paintings for its collection. The fact that these works were by four male artists likely did not trouble anyone in the late 1950s. Since then, female painters of that era – including Helen Frankenthaler, who concurrently made a name for herself in the New York art scene as a leading figure in Color Field painting and was also represented at Documenta II – have been given their rightful place in 20th-century art history. With “Riverhead” (1963), a donation from the artist’s foundation in 2024, Frankenthaler recently became part of the Basler collection. It is this work that painter Flora Klein focuses on in her exhibition review of the comprehensive solo exhibition of Frankenthaler at the Kunstmuseum, tracing both the artist’s leap into abstraction and the curatorial emphasis on figurative references.

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31. July 2026

FROM SUFFERING TO SAINTHOOD Daniel Culpan on Tracey Emin at Tate Modern, London

There are few contemporary artists whose careers have undergone such a profound transformation as that of Dame Tracey Emin, formerly known as “Mad Tracey from Margate”. It is this Dame Tracey – and not the young, often provocative artist of her early years – who is currently being honored in a major retrospective at Tate Modern. Daniel Culpan is left wondering how much personal suffering, when made the subject of artistic expression, is bearable for the viewer – and to what extent audiences actually desire it.

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June 2026

Current Issue

Issue No. 142
June 2026
„MITTELALTER“

Ever since the term Middle Ages came into use, this historical era has been inextricably bound up with notions of alterity. Beginning in the 14th century, the picture of a dark age was utilized as a foil to set off the ideals of Renaissance enlightenment and humanism; later on, the Romantics pioneered the vision of the Middle Ages as an era unspoiled by advancing industrialization, onto which they projected their longing for a way of life in harmony with nature and spirituality. The temptation to escape the complex and unsettled present for an allegedly simpler past is also characteristic of references to the Middle Ages in contemporary pop culture and politics. This issue of TEXTE ZUR KUNST counters such simplistic perspectives with a more nuanced portrayal of the Middle Ages that acknowledges historical parallels and continuities as well as contradictions.

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29. July 2026

EINRICHTUNG IM UNBEQUEMEN Anna Polze über den deutschen Pavillon der 61. Biennale von Venedig

Der von Suza Husse und Elske Rosenfeld geprägte Begriff „pOstdeutschland“ deutet auf einen Zustand hin, in dem die DDR und die Transformationserfahrungen der 1990er Jahre weder völlig verschwunden noch gegenwärtig wirklich greifbar sind. Anna Polze sieht diesen Zustand im von Henrike Naumann und Sung Tieu bespielten Pavillon auf der Venedig Biennale auf unterschiedliche Weise verhandelt: Während Naumann sich, wie für ihr Werk typisch, auf die faschistoiden Kontinuitäten und neurechten Ausschreitungen der Nachwendezeit konzentriert, die nicht nur bis heute fortbestehen, sondern präsenter denn je sind, lenkt Tieu unseren Blick auf vertragliche und infrastrukturelle Aspekte eines obsoleten Systems, die ihr eigenes Leben und die deutsche Gegenwartsgesellschaft bis heute prägen. Polze wertet den gemeinsamen Biennale-Beitrag nicht zuletzt als Bestätigung dafür, dass Positionen wie die der beiden Künstlerinnen seit einigen Jahren zu Recht ins Zentrum der Aufmerksamkeit des deutschen Kulturbetriebs rücken.

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29. July 2026

GETEILTE GESCHICHTE IN MOLL Susanne von Falkenhausen über den Deutschen Pavillon der 61. Biennale von Venedig

Dreiunddreißig Jahre nachdem Hans Haacke im Rahmen seiner institutionskritischen und geschichtspolitischen Intervention die Bodenplatten des Deutschen Pavillons in Venedig aufbrach und Besucher*innen der Biennale über ein Trümmerfeld stolpern ließ, thematisieren die Beiträge von Sung Tieu und Henrike Naumann die deutsche Geschichte auf gänzlich andere Weise – aus ostdeutscher Perspektive und mit Blick auf die Wende- und Nachwendezeit. Dabei gelingt es beiden, die Unabgeschlossenheit der Wiedervereinigung zu betonen; ihr Nachwirken auf individuelle Körper und Biografien ebenso wie auf das sogenannte kollektive Gedächtnis und die Politisierung privater Wohnräume. Susanne von Falkenhausen stellt eine weitere Gemeinsamkeit von Naumanns und Tieus ansonsten grundverschiedenen künstlerischen Verfahren heraus: den Einsatz von Leere als Gestaltungselement, das gleichermaßen melancholisch stimmen und als Handlung gelesen werden kann.

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Artists' Editions

Daniel Richter, "Untitled", 2026

24. July 2026

EINE POLITISCHE METAPHYSIK DER MODE Philipp Kleinmichel über Anna-Sophie Berger in der Galerie Layr, Wien

In ihrer jüngsten Einzelausstellung spannt Anna-Sophie Berger einen Diskursraum auf, in dem modernistische Abstraktionsverfahren mit der Modeindustrie – unter anderem repräsentiert durch die für die Künstlerin charakteristische Verwendung von Mannequins – und ikonoklastischen Wellen enggeführt werden. Über eine Kritik an kapitalistischem Konsumverhalten und Produktionsweisen sowie der Sexualisierung des weiblichen Körpers hinaus, die bei der Thematik naheliegt, kommen so formale Anleihen und kulturelle Logiken in den Blick. Im Kern der nach Stéphane Mallarmés Pseudonym für „La Dernière Mode“ benannten Ausstellung „Ix“ in Wien steht, so Philipp Kleinmichel, eine Metaphysik der Mode. Vor dem (kunst-)historischen Horizont der Schau fasst diese die Abstraktion des sinnlichen Körpers als Ausdruck modischer Trends und den ihnen zugrundeliegenden ontologischen und ideologischen Vorstellungen.

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20. July 2026

VALIE EXPORT (1940–2026) Von Silvia Eiblmayr

Als im Mai dieses Jahres die Nachricht von VALIE EXPORTs Tod um die Kunstwelt ging, war klar, dass diese eine ihrer scharfsinnigsten und gewitztesten Analytiker*innen verloren hatte. Wie Elfriede Jelinek in ihrer viel zitiert Grabrede betonte, hinterlässt VALIE EXPORT ihrer Nachwelt so viel, dass Kunstgeschichte ohne sie heute kaum denkbar erscheint: „Und jetzt ist sie weg, doch wir werden nie wieder an ihr vorbeikommen.“ Silvia Eiblmayr erinnert hier an einige Arbeiten und Aspekte aus VALIE EXPORTs Werk, die ihre emanzipatorischen Errungenschaften ebenso verdeutlichen, wie ihr feines Gespür für die körperpolitischen Potenziale unterschiedlicher Medien.

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17. July 2026

SALON DU JUBG Sophia Eisenhut über „DIE Einrichtung“ in der Tempelhofer Sezession / Galerie JUBG, Berlin

Beim letzten Berliner Gallery Weekend eröffnete etwas abseits des Hauptgeschehens eine Gruppenausstellung, die mit ihrer Umnutzung eines Produktionsraums als Galerieraum an Daniel Burens einflussreichen Text zur „Funktion des Ateliers“ denken ließ. Während Burens ambivalentes Verhältnis zum Atelier als vermeintlichem Ort eines künstlichen Vakuums ihn und spätere post-studio artists dazu brachte, in situ an Ausstellungsorten zu arbeiten, um Werke nicht nachträglich in die Welt entlassen zu müssen und sie damit zu „entfremden“, schien die Fusionierung von Atelier und Ausstellungsort in diesem Fall auf umgekehrte Weise Kritik am entfremdenden „Draußen“ zu formulieren. Die Künstlerin und Autorin Sophia Eisenhut sieht in der temporären „Einrichtung“ der Kölner Galerie JUBG in den Atelierräumen von Raphaela Vogel die Warenförmigkeit von Kunst und die fortschreitende Ästhetisierung des alltäglichen Lebens ebenso verhandelt wie ein wachsendes Verlangen nach relativ autonomen Räumen.

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9. July 2026

INMITTEN VULNERABLER LANDSCHAFTEN Christina Maria Ruederer über Catherine Opie im Fridericianum, Kassel

Bereits Catherine Opies frühe Porträts von Weggefährt*innen aus der queeren Community, die in den 1990er Jahren entstanden, verweisen auf die entscheidende Rolle, die das Mapping als Form kritischen Kartierens marginalisierter Personen, Geschichten und sozialer Gefüge in ihrer fotografischen Praxis spielt. Wie die Künstlerin im Februar eindrücklich in einem reich bebilderten Vortrag in der Neuen Nationalgalerie in Berlin hervorhob, hat dieser Ansatz in den von Donald Trump regierten USA der Gegenwart besondere Dringlichkeit. Auch Christina Maria Ruederer betont die aktuelle Bedeutung von Opies Œuvre – und untersucht ihre Schau im Kasseler Fridericianum, deren Fokus auf die Praxis des Mappings den wesentlichen Unterschied zur zeitgleich eröffneten Präsentation in der Londoner National Portrait Gallery darstellt, mit besonderem Augenmerk auf Opies Einsatz der Farbe Blau.

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TEXTE ZUR KUNST stands for controversial discussions and contributions by internationally leading writers on contemporary art and culture. Alongside ground-breaking essays, the quarterly magazine – which was founded in Cologne in 1990 by Stefan Germer (†) and Isabelle Graw and has been published, since 2000, in Berlin – offers interviews, roundtable discussions, and comprehensive reviews on art, film, music, the market, fashion, art history, theory, and cultural politics. Since 2006, the journal's entire main section has been published in both German and English. Additionally, each issue features exclusive editions by internationally renowned artists, who generously support the magazine by producing a unique series.