SPIRITUAL GRIFT Hanna Magauer über „Cosmic Girlboss“ in der Galerie im Turm, Berlin
Befeuert von Erfolgsratgeberbüchern wie Sheryl Sandbergs Lean In (2013) avancierte der Begriff Girlboss um 2014 zum Hashtag für das, was Teilen der Social-Media-Sphäre als female empowerment gilt. Sophie Gilbert, eine der Beitragenden unserer aktuellen Ausgabe zum Thema „Misogynie“, hat dem Phänomen in ihrem Buch Girl on Girl (2025) ein ganzes Kapitel gewidmet. Darin betont sie seine individualistische Prägung und zeichnet die enge Verbindung des Girlboss zur Techbranche und Vermarktungsmethoden des Multi-Level-Marketings nach. Im Zuge des aktuellen antifeministischen Backlash wird der Begriff längst auch abwertend zur Dämonisierung erfolgreicher Frauen verwendet. Eine Berliner Ausstellung begegnet der Widersprüchlichkeit, die dem Phänomen sowie entsprechenden Bezugnahmen innewohnt, mit Humor und betrachtet es vor dem Hintergrund der spiritueller Techesoterik – also in einer Kombination, die immer häufiger Eingang in die zeitgenössische Kunst findet, wie Hanna Magauer beobachtet hat.
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