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ZAW 2026 INDEX CFA Berlin ZAW 2026 INDEX CFA Berlin
25. März 2026

HEIMISCHES OBST Anna Sinofzik über André Butzer bei Max Hetzler, Berlin

Das malerische Universum von André Butzer, der die Narrativierung seines Oeuvres seit den Neunzigern nicht nur mit seinen Bildern, sondern immer wieder auch in Prosa und Poesie vorantreibt, hat mit freischwebenden Frauenköpfen und Fruchtstilleben jüngst ein neues motivisches Zentrum gefunden. Vergangenes Jahr erstmals bei Max Hetzler in Paris zu sehen, wird Butzers Reihe der Frauen und Früchte nun in den Berliner Räumen der Galerie in der Potsdamer Straße neben Porträts historischer Denker präsentiert. Wie Anna Sinofzik beobachtet, sind letztere als ambivalente Figuren mit komplexen Körpern dargestellt, während die mit Früchten gepaarten Frauen vergleichsweise schematisch bleiben. Vor dem Hintergrund des aktuellen Heftthemas „Misogyny“ regt sie dies zur Reflexion der den Motiven und Darstellungsweisen eingeschriebenen Hierarchien und Geschlechtervorstellungen an.

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24. März 2026

HENRIKE NAUMANN (1984–2026) Von Marietta Kesting

„Where were you in ‘92?“ Diese Frage stellt Henrike Naumann in ihrer schriftlichen Diplomarbeit und beantwortet sie ebendort mit einer Serie privater Schnappschüsse. Auf einem Foto, aufgenommen in Zwickau, performt sie im Alter von acht Jahren als Backgroundsängerin bei einem mit Freund*innen nachgespielten David Hasselhoff-Auftritt, an der Wand hinter ihnen hängt ein Bild mit sozialistischen Motiven. Welches Lied sie wohl singen? (...)

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März 2026

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 141
März 2026
„Misogyny“

Die aktuelle Konjunktur frauenfeindlicher Dynamiken und Topoi reiht sich in eine lange Tradition geschlechtsspezifischer Diskriminierung ein und aktualisiert diese unter Indienstnahme technologischer und politischer Entwicklungen, so die These dieser Ausgabe. Im Gegensatz zu punktuell sexistischen Praktiken oder Äußerungen widmet sich das aktuelle Heft dem Thema „Misogyny“ als einem kulturübergreifenden Phänomen, das eine tiefe, wenn auch oft unbewusste frauenverachtende Haltung zum Ausdruck bringt. Wie sich dies in Literatur, Kunst und Popkultur manifestiert, ist Gegenstand der Auseinandersetzung, wie auch aktuelle mediale und soziopolitische Bedingungen in den Blick genommen werden.

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24. März 2026

HENRIKE NAUMANN (1984-2026) Von Susanne Pfeffer

Gesellschaftliche Umbrüche zeichnen sich – sonst wären es keine – auf allen Ebenen des Lebens ab. Zwar nicht in der eigenen Wohnung, aber in den Wohnräumen ihrer Mitschüler*innen beobachtete Henrike Naumann Anfang der 1990er Jahre Veränderungen. Die auf wenige Modelle beschränkten Möbel der Volkseigenen Betriebe (VEB) wurden aussortiert und durch pastellfarbene oder wild gemusterte Objekte und Accessoires der Postmoderne ersetzt. Aber nicht nur die Einrichtungen änderten sich, sondern auch die Betriebe und Institutionen. (...)

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24. März 2026

HENRIKE NAUMANN (1984–2026) By Ekaterina Degot

Upon receiving Henrike Naumann’s completely unexpected last goodbye email, which was sent from her own account, announcing her death shortly after it occurred, I was not just utterly devastated about the disappearance of a great artist and dear friend but also immediately concerned about her legacy, which is as immense in its ideas as it is complex in its physical dimension. (...)

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Editionen

Sylvie Fleury, „Soft Rocket“, 2026

20. März 2026

ZURICH DOESN’T MEAN ANYTHING Leonie Huber on Tereza Glazova and Sveta Mordovskaya at Autokomanda, Belgrade

The local, social, economic, individual, and temporal characteristics of an artistic practice can be summarized under the concept of “idiom.” Just under ten years ago, an entire issue of TEXTE ZUR KUNST was devoted to this topic – exploring how the specificity of artistic expression is addressed, negotiated, and sometimes misunderstood in the globally interconnected art world. In her review of the duo exhibition by Tereza Glazova and Sveta Mordovskaya, Leonie Huber examines the way in which the two artists both evoke and destabilize a contemporary art “look,” contrasting it with preconceptions of an Eastern European idiom. For this, she also takes into account the characteristics of Autokomanda, the Belgrade exhibition space in which Glazova’s and Mordovskaya’s works are presented.

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16. März 2026

ROSA VON PRAUNHEIM (1942–2025) Von Jan Künemund

In etlichen Nachrufen, die seit Rosa von Praunheims Tod im Dezember 2025 publiziert worden sind, wurde sein Werk als Filmemacher vom Nachwirken seiner grell schillernden künstlerischen Persona überstrahlt. Natürlich lassen sich Rosa von Praunheims Filme nicht losgelöst von seinem Einfluss als Provokateur betrachten, der im Leben wie in seiner Kunst unablässig gegen die heteronormative Bürgerlichkeit rebellierte. Jan Künemund erweckt den „Erdbeerfrosch“ hier nochmal zum Leben, indem er ihn durch die Linse einer kleinen Auswahl an Filmen aus seinem umfangreichen und dezidiert unangepassten Œuvre betrachtet.

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13. März 2026

“NEO-CHINA ARRIVES FROM THE FUTURE” Nikolay Smirnov on “The China Moment” at the Kasseler Kunstverein

While individualism rightly earned a bad reputation in the context of libertarian and atomistic isolationism, ruthless personal profit maximization, and the increasing social withdrawal that we are experiencing today, in authoritarian socialist regimes it can – in accordance with its original promise – still be viewed as an actual liberation of the individual. The curators of “The China Moment” at the Kasseler Kunstverein employ various forms and facets of individualism defined by historian Yang Guoqiang as analytic lenses to look at and structure contemporary Chinese art from two decades. The extensive research exhibition focuses on a peak phase of globalization when the Western art world “discovered” and connected with artists in China whose multifaceted individualism it presents as a creative driving force. The show also declares the end of that era – perhaps unjustifiably so, as Nikolay Smirnov suggests in his review.

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6. März 2026

CATHARTIC CHOREOGRAPHIES Sonja Teszler on Julia Heyward at Kunstverein Nürnberg

Having first made a name for herself in New York’s 1970s performance art scene, Julia Heyward has now spent more than half a century creating works that take a humorous and defiant approach to tackling patriarchal systems of power and belief. While performance has remained at the center of Heyward’s practice, her work spans a wide range of media and modes, from spoken word and video to immersive installations and digital works. Now, Heyward is making her solo institutional debut in Europe, with two concurrent exhibitions at the Kunstverein Nürnberg and the Westfälischer Kunstverein in Münster. While the latter focuses on Heyward’s vocal experiments, the former presents early performances and archival materials alongside later works, including the artist’s ongoing interactive video game. Sonja Teszler visited Nuremberg and found a welcome sense of release in Heyward’s frenetic and multilayered practice.

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TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.