ARBEITEN IM UND GEGEN DEN TAKT Eva Kuhn über „Labouring Bodies“ im Museum Tinguely, Basel
Die Beschäftigung mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine ist programmatisch für das dem Schweizer Bildhauer Jean Tinguely gewidmete Museum. Dessen kinetische Skulpturen setzen der industriellen Produktionslogik ein poetisches und theatrales Verständnis von Maschinen entgegen. Dieser, zuweilen buchstäbliche, Resonanzraum umschließt die der Mechanisierung des feminisierten Körpers gewidmete Themenschau „Labouring Bodies“. Mit Rückgriff auf feministische Theorie und Kunstgeschichte seit den 1970er Jahren kartografiert die Ausstellung, wie Frauen der Lohnarbeit, der unentlohnten Sorge- und Hausarbeit und der Reproduktionsarbeit unterworfen wurden. Dabei droht, wie Eva Kuhn in ihrer Rezension argumentiert, allerdings der nicht im Dienst des Kapitals stehende Anteil von Körper und Subjektivität aus dem Blick zu geraten, der nicht zuletzt in Beziehungen – auch zur Maschine – aufscheint.
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