the map for contemporary art in Berlin Galerie Neu Berlin CFA Berlin Galerie Buchholz Köln Berlin the map for contemporary art in Berlin Galerie Neu Berlin CFA Berlin Galerie Buchholz Köln Berlin
Dezember 2017

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 108
Dezember 2017
„Idiom - Languages of Art“

In der Sprachwissenschaft bedeutet Idiom Sprechweise, Spracheigentümlichkeit oder besondere Ausdrucksweise. In kunsthistorischen und kunstkritischen Texten stößt man immer wieder auf den Begriff, nur wird er dort so gut wie nie präzisiert. Diese Unbestimmtheit wollen wir nutzen, um mit Ausgabe 108 von Texte zur Kunst Definitionsversuche zu unternehmen und Resonanzräume des Idioms zu testen. Wir fragen damit nach den materiellen Artikulationsformen, Referenzen, Ikonografien und ästhetischen Anschlüssen künstlerischer Arbeiten in einer zunehmend globalisierten Welt, in der Kunst sich nicht länger an einem einheitlichen (westlichen) Kanon orientiert (siehe Documenta 14). Welche Sprachen spricht die Kunst heute?

Zum Inhaltsverzeichnis

11. Dezember 2017

Niklas Lichti über Maggie Nelsons „Die Argonauten" Der endlose Sommer sich verändernder Körper

Schaut man zurück auf Maggie Nelsons frühere Veröffentlichungen, so fällt auf wie mühelos sie sich zwischen Prosa, Poetry, Autobiografie, Nonfiction, und Critical Writing bewegt und wie selbstverständlich sie in ihrem Schreiben vom Intimen zum Strukturellen übergeht. Ihr jüngstes Buch „Die Argonauten“ ist im Herbst auf Deutsch erschienen. Weder die Entwicklungsgeschichte der Helden, noch die unheimliche Sprachfähigkeit der Argo, oder gar ihre ökonomische Symbolik scheinen dabei den Ausschlag für ihren Titel gegeben zu haben. Oder zumindest nicht nur. Nelson bezieht sich vor allem auf ein oft übersehenes Detail der Argo: Ihre Eigenschaft als persistierende Einheit, die gleichzeitig einer permanenten Transformation unterzogen wird.

Lesen

30. November 2017

Die Revolution sind wir Ein Gespräch über die Besetzung der Volksbühne mit Sarah Waterfeld („Staub zu Glitzer“) und Anna-Sophie Friedmann („B61-12“) von Isabelle Graw

Die Besetzung der Volksbühne im September diesen Jahres war innerhalb von nur sechs Tagen wieder geräumt. Jetzt traf Texte zur Kunst Herausgeberin Isabelle Graw zwei Sprecherinnen der verschiedenen aktivistischen Gruppen, die für die Vorbereitung und das Programm der Besetzung zuständig waren: Sarah Waterfeld hatte mit „Staub zu Glitzer“ monatelang im voraus geplant und ist wie Anna-Sophie Friedmann (von „B6112“) Teil der andauernden Bemühungen um eine Neuverhandlung einer möglichen kollektiven Intendanz der Volksbühne als Alternative zur gerade eröffneten neuen Spielzeit unter Chris Dercon.

Lesen

18. November 2017

Sabeth Buchmann und Ilse Lafer über die Documenta 14 in Athen

Die Dezemberausgabe der TZK beschäftigt sich damit, wie „Idiome“ — die Dialekte oder Soziolekte, mit denen die zeitgenössische Kunst längst spricht — in einer zunehmend globalisierten, politisch fragmentierten Welt sichtbarer werden, vor allem wenn Kunst sich nicht länger an einem einheitlichen (westlichen und marktorientierten) Kanon orientiert. Als Ausblick auf diesen thematischen Schwerpunkt präsentieren wir hier zwei Besprechungen aus unserer letzten Ausgabe, die den Gedanken verschiedener „Sprachen der Kunst“ und welche Rolle sie in den letzten Großausstellungen spielten, reflektieren: Sabeth Buchmann & Ilse Lafer über die Documenta 14 und Amy Lien & Enzo Camacho über die Skulpturprojekte Münster.

Lesen

1. November 2017

Loren Olson on the Art Book Fair as Model

If the events of this fall are any gauge, a restructuring of the art world is at hand. However delayed, this shift is at least in part catalyzed by the digital turn. And so it's surprising, perhaps, that among the culture sector's various outlets, the art book fair – with its in-person, seller-to-buyer contact and decidedly analog wares – would emerge as a model format. Yet indeed it has, or so writer and editor Loren Olson argues, finding the 2017 New York Art Book Fair to be a veritable (if neoliberal) contemporary ideal within the screen-centered, hyper-networked channels of art and literary commerce.

Lesen

Editionen

Candida Höfer, „Colored Wood“, 2017

12. Oktober 2017

Wolfgang Tillmans über seine politischen Plakate

Die aktuellen politischen Arbeiten von Wolfgang Tillmans — seine Plakate zur Remain-Kampagne und zur Nichtwählermobilisierung während der Bundestagswahl — richteten sich explizit an die Sphären außerhalb der Kunstszene. Doch aus kunstkritischer Perspektive stellt sich die Frage, wie die Instrumente mit denen die Kampagne arbeitete — Kunstproduktion, Marktkonformität und politischer Aktivismus — ineinandergriffen. Es folgt ein Austausch zwischen Tillmans und TZK Chefredakteurin Caroline Busta.

Lesen

3. Oktober 2017

Sven Lütticken on the Volksbühne Occupation

UPDATED 11 OCT. 2017 // This September, on the weekend of Germany's national elections, activists occupied Berlin’s Volksbühne, which is newly headed by ex-Tate Modern director Chris Dercon. His program, the occupiers argued, promises a homogenized global art-in-general that would foremost serve the city's capitalist event-culture – rather than serving the city's residents and reflecting the hybridity for which the Volksbühne is known. Sven Lütticken unpacks the dynamics of the Volksbühne occupation in light of current political changes and the German media's role therein.

Lesen


19. September 2017

Anke Dyes über Tobias Kaspar bei kim? Contemporary Art Centre, Riga

Spezielle Zugänge, spezielle Geschenke und Verabredungen, die vor allem in der VIP Einladungskarte bestehen, spiegeln bei Tobias Kaspar das Feld der Kunst in Marketingveranstaltungen und im Antäuschen von Exklusivität. In seine Ausstellung bei kim? in Riga kann dagegen jede/r gehen. Darin sind Details und Elemente aus früheren Arbeiten zu sehen, Dinge, die sonst Props sind, und Serien, die einmal als Kunst hergestellt wurden...

Lesen

TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.