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7. Februar 2018

Raumerweiterung – Anna Voswinckel über Marianne Wex bei Tanya Leighton, Berlin

„Dude … Stop the Spread, Please – It’s a space issue.“ Mit dieser Plakatkampagne machte die New Yorker Metro 2014 auf die Problematik des Manspreading aufmerksam – der Angewohnheit einiger meist männlicher Fahrgäste, ihre Beine so weit zu spreizen, dass sie mehrere Sitzplätze einnehmen. Zur Entstehungszeit von Marianne Wex’ aktuell bei Tanya Leighton gezeigter künstlerischer Recherchearbeit wurde dieses gendertypische Verhalten im Mainstream noch weitestgehend ignoriert bzw. naturalisiert. Eine grundsätzliche Kritik am binären Geschlechterregime war noch nicht formuliert, geschweige denn wissenschaftlich etabliert. Marianne Wex musste eine eigene Form finden, ihrem Unbehagen am dichotomen Denken Ausdruck zu verleihen.

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29. Januar 2018

Ana Teixeira Pinto on Parapolitics at HKW

Berlin during the Cold War was the very nexus of two opposing worlds, culturally and geopolitically—communism on the one side, capitalism, on the other. An integral part of the warfare conducted on the Western side of this divide was often the product of a calculated ideological campaign whose agents were both human and non-human: works of art, literature, and film, dispatched from the regiments of American culture as covert operatives in the crusade to win hearts and minds. Against this backdrop, how would our notions of modernist forms be impacted by the knowledge of such a history—ideological investment as a defining motivator in abstract painting, for example? Perhaps more urgently: what does this narrative mean for us today as we struggle to come to terms with yet another end of ideology?

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Dezember 2017

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 108
Dezember 2017
„Idiom - Languages of Art“

In der Sprachwissenschaft bedeutet Idiom Sprechweise, Spracheigentümlichkeit oder besondere Ausdrucksweise. In kunsthistorischen und kunstkritischen Texten stößt man immer wieder auf den Begriff, nur wird er dort so gut wie nie präzisiert. Diese Unbestimmtheit wollen wir nutzen, um mit Ausgabe 108 von Texte zur Kunst Definitionsversuche zu unternehmen und Resonanzräume des Idioms zu testen. Wir fragen damit nach den materiellen Artikulationsformen, Referenzen, Ikonografien und ästhetischen Anschlüssen künstlerischer Arbeiten in einer zunehmend globalisierten Welt, in der Kunst sich nicht länger an einem einheitlichen (westlichen) Kanon orientiert (siehe Documenta 14). Welche Sprachen spricht die Kunst heute?

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22. Januar 2018

Letter from a trans man to the old sexual regime. By Paul B. Preciado

The current wave of revelations concerning sexual harassment in nearly every sector of the world, from Hollywood to the hallowed halls of academia, has led to an aftershock of indictment and increased sensitivity around gendered hierarchies and abuses of power. All of this seems like it could be a potential launchpad for conversations about a better, more equitable society going forward. But which laws will tell us how to desire, what to desire, and whom? Will the outrage only help to further entrench an inherent binarism at work in the law and elsewhere? At Texte zur Kunst, we are very pleased to present the first English-language version of a text from one of our most important contemporary philosophers of queer culture, Paul B. Preciado, whose editorial challenges us to think beyond the wonted to and fro that has shaped recent debates on sexual predation. First penned in French as a kind of retort to a recent open letter authored by the French actress Catherine Deneuve and 99 other women, this translation offers Preciado’s insightful analysis of the politics of sex and desire to our English readers worldwide, and is a welcome voice at this critical juncture; one that will be explored in greater detail in our forthcoming issue in March.

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16. Januar 2018

Erinnerungen an die Moderne Zur Gegenwärtigkeit Günther Förgs

(Von Sven Lütticken)

Die kommende Ausgabe von Texte zur Kunst untersucht die Autoritäts- und Machtstrukturen, die hinter gefeierten Künstler/innen und den sie unterstützenden Institutionen stehen. Ein offensichtlicher Bezugspunkt für ein solches Vorhaben könnte das Vermächtnis eines nach außen hin transgressiven Künstlers sein, bei dem Regelbrüche in der Kunst mit anderen Arten von Regelbrüchen in Verbindung gebracht werden, über die wir aktuell jeden Tag lesen. Aber was ist mit der Arbeit von jemandem, dessen Praxis eher zurückhaltend als anzüglich ist? Vor unserer neuen Ausgabe im März blicken wir auf einen Text von Sven Lütticken aus unserem aktuellen Heft zurück, über die institutionelle Geschichte von Günther Förg, der ursprünglich anlässlich der Retrospektive des Künstlers geschrieben wurde. Wo Kunst, Geld und institutionelle Heiligsprechung auf dem Spiel stehen, ist der Skandal nicht weit entfernt, auch wenn in Förgs Werk scheinbar nichts Ästhetisch Skandalöses auf dem Spiel steht.

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Editionen

Candida Höfer, „Colored Wood“, 2017

4. Januar 2018

Nadja Abt über „Histórias da Sexualidade“ im Museu de Arte de São Paulo Geschichten der Sexualität in Zeiten neuer Zensur

Die März-Ausgabe von Texte zur Kunst soll sich mit dem Verhältnis von Kunst zu Regeln beschäftigen. Denn das Aufdecken von Korruption und Machtmissbrauch haben in den letzten Monaten gezeigt, dass im Feld der Kunst manche Regelbrüche zunächst unsichtbar sind. Aber auch die wiederholten Zensurforderungen gegen als übergriffig und verletzend empfundene Werke zeugen davon, dass die Regeln der Kunst aktuell stark umkämpft sind.

Um Fragen der Zensur geht es auch bei den Historias da Sexualidade im Museu de Arte de Sao Paulo. Hier beschreibt Nadja Abt, wie im erstarkenden Konservatismus in Brasilien scheinbar alte Freiheiten der Kunst heute erneut in Frage stehen.

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22. Dezember 2017

Peter Bürger (1936-2017). Ein Nachruf von Regine Prange

In keiner kunsthistorischen Seminarveranstaltung oder Forschungsarbeit, die sich mit den Texturen der künstlerischen Moderne und ihrem Umbruch zur Postmoderne beschäftigt, fehlt Peter Bürgers „Theorie der Avantgarde“ (1974) auf der Literaturliste.

Wie ist das epistemische Erbe beschaffen, dass uns der im vergangenen August verstorbene Bremer Literaturwissenschaftler hinterlassen hat?

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18. Dezember 2017

Die Revolution sind wir Ein Gespräch über die Besetzung der Volksbühne mit Sarah Waterfeld („Staub zu Glitzer“) und Anna-Sophie Friedmann („B61-12“) von Isabelle Graw

Die Besetzung der Volksbühne im September diesen Jahres war innerhalb von nur sechs Tagen wieder geräumt. Jetzt traf Texte zur Kunst Herausgeberin Isabelle Graw zwei Sprecherinnen der verschiedenen aktivistischen Gruppen, die für die Vorbereitung und das Programm der Besetzung zuständig waren: Sarah Waterfeld hatte mit „Staub zu Glitzer“ monatelang im voraus geplant und ist wie Anna-Sophie Friedmann (von „B6112“) Teil der andauernden Bemühungen um eine Neuverhandlung einer möglichen kollektiven Intendanz der Volksbühne als Alternative zur gerade eröffneten neuen Spielzeit unter Chris Dercon.

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11. Dezember 2017

Niklas Lichti über Maggie Nelsons „Die Argonauten" Der endlose Sommer sich verändernder Körper

Schaut man zurück auf Maggie Nelsons frühere Veröffentlichungen, so fällt auf wie mühelos sie sich zwischen Prosa, Poetry, Autobiografie, Nonfiction, und Critical Writing bewegt und wie selbstverständlich sie in ihrem Schreiben vom Intimen zum Strukturellen übergeht. Ihr jüngstes Buch „Die Argonauten“ ist im Herbst auf Deutsch erschienen. Weder die Entwicklungsgeschichte der Helden, noch die unheimliche Sprachfähigkeit der Argo, oder gar ihre ökonomische Symbolik scheinen dabei den Ausschlag für ihren Titel gegeben zu haben. Oder zumindest nicht nur. Nelson bezieht sich vor allem auf ein oft übersehenes Detail der Argo: Ihre Eigenschaft als persistierende Einheit, die gleichzeitig einer permanenten Transformation unterzogen wird.

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TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.