YAYOI KUSAMA (1929–2026) von Stephan Diederich
Als Ende der 1990er Yayoi Kusumas frühe Werke wiederentdeckt wurden, erkannte die Kunstgeschichte insbesondere in ihren „Infinity Nets“ und „Accumulation“-Skulpturen eine andere Spielart des Modernismus als die ihrer männlichen Kollegen im New York der 1960er – auch hinsichtlich Geschlecht und Herkunft der Künstlerin. Die jedoch zunehmend auch auf das Psychobiographische reduzierte Interpretation ihres Werkes wurde gleichzeitig Gegenstand feministischer Kritik. Diese Episode in Kusamas sieben Jahrzehnte umfassender Karriere scheint vergessen, seit ihre immersiven „Infinity Rooms“ zuletzt zu einem Social Media Phänomen wurden. Stephan Diedrich erinnert sich in seinem Nachruf an das Werk einer facettenreichen Person und an die Zusammenarbeit mit Kusama, die stets nach Unendlichkeit strebte.
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