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16. Januar 2018

Erinnerungen an die Moderne Zur Gegenwärtigkeit Günther Förgs

(Von Sven Lütticken)

Die kommende Ausgabe von Texte zur Kunst untersucht die Autoritäts- und Machtstrukturen, die hinter gefeierten Künstler/innen und den sie unterstützenden Institutionen stehen. Ein offensichtlicher Bezugspunkt für ein solches Vorhaben könnte das Vermächtnis eines nach außen hin transgressiven Künstlers sein, bei dem Regelbrüche in der Kunst mit anderen Arten von Regelbrüchen in Verbindung gebracht werden, über die wir aktuell jeden Tag lesen. Aber was ist mit der Arbeit von jemandem, dessen Praxis eher zurückhaltend als anzüglich ist? Vor unserer neuen Ausgabe im März blicken wir auf einen Text von Sven Lütticken aus unserem aktuellen Heft zurück, über die institutionelle Geschichte von Günther Förg, der ursprünglich anlässlich der Retrospektive des Künstlers geschrieben wurde. Wo Kunst, Geld und institutionelle Heiligsprechung auf dem Spiel stehen, ist der Skandal nicht weit entfernt, auch wenn in Förgs Werk scheinbar nichts Ästhetisch Skandalöses auf dem Spiel steht.

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4. Januar 2018

Nadja Abt über „Histórias da Sexualidade“ im Museu de Arte de São Paulo Geschichten der Sexualität in Zeiten neuer Zensur

Die März-Ausgabe von Texte zur Kunst soll sich mit dem Verhältnis von Kunst zu Regeln beschäftigen. Denn das Aufdecken von Korruption und Machtmissbrauch haben in den letzten Monaten gezeigt, dass im Feld der Kunst manche Regelbrüche zunächst unsichtbar sind. Aber auch die wiederholten Zensurforderungen gegen als übergriffig und verletzend empfundene Werke zeugen davon, dass die Regeln der Kunst aktuell stark umkämpft sind.

Um Fragen der Zensur geht es auch bei den Historias da Sexualidade im Museu de Arte de Sao Paulo. Hier beschreibt Nadja Abt, wie im erstarkenden Konservatismus in Brasilien scheinbar alte Freiheiten der Kunst heute erneut in Frage stehen.

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Dezember 2017

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 108
Dezember 2017
„Idiom - Languages of Art“

In der Sprachwissenschaft bedeutet Idiom Sprechweise, Spracheigentümlichkeit oder besondere Ausdrucksweise. In kunsthistorischen und kunstkritischen Texten stößt man immer wieder auf den Begriff, nur wird er dort so gut wie nie präzisiert. Diese Unbestimmtheit wollen wir nutzen, um mit Ausgabe 108 von Texte zur Kunst Definitionsversuche zu unternehmen und Resonanzräume des Idioms zu testen. Wir fragen damit nach den materiellen Artikulationsformen, Referenzen, Ikonografien und ästhetischen Anschlüssen künstlerischer Arbeiten in einer zunehmend globalisierten Welt, in der Kunst sich nicht länger an einem einheitlichen (westlichen) Kanon orientiert (siehe Documenta 14). Welche Sprachen spricht die Kunst heute?

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22. Dezember 2017

Peter Bürger (1936-2017). Ein Nachruf von Regine Prange

In keiner kunsthistorischen Seminarveranstaltung oder Forschungsarbeit, die sich mit den Texturen der künstlerischen Moderne und ihrem Umbruch zur Postmoderne beschäftigt, fehlt Peter Bürgers „Theorie der Avantgarde“ (1974) auf der Literaturliste.

Wie ist das epistemische Erbe beschaffen, dass uns der im vergangenen August verstorbene Bremer Literaturwissenschaftler hinterlassen hat?

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18. Dezember 2017

Die Revolution sind wir Ein Gespräch über die Besetzung der Volksbühne mit Sarah Waterfeld („Staub zu Glitzer“) und Anna-Sophie Friedmann („B61-12“) von Isabelle Graw

Die Besetzung der Volksbühne im September diesen Jahres war innerhalb von nur sechs Tagen wieder geräumt. Jetzt traf Texte zur Kunst Herausgeberin Isabelle Graw zwei Sprecherinnen der verschiedenen aktivistischen Gruppen, die für die Vorbereitung und das Programm der Besetzung zuständig waren: Sarah Waterfeld hatte mit „Staub zu Glitzer“ monatelang im voraus geplant und ist wie Anna-Sophie Friedmann (von „B6112“) Teil der andauernden Bemühungen um eine Neuverhandlung einer möglichen kollektiven Intendanz der Volksbühne als Alternative zur gerade eröffneten neuen Spielzeit unter Chris Dercon.

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Editionen

Candida Höfer, „Colored Wood“, 2017

11. Dezember 2017

Niklas Lichti über Maggie Nelsons „Die Argonauten" Der endlose Sommer sich verändernder Körper

Schaut man zurück auf Maggie Nelsons frühere Veröffentlichungen, so fällt auf wie mühelos sie sich zwischen Prosa, Poetry, Autobiografie, Nonfiction, und Critical Writing bewegt und wie selbstverständlich sie in ihrem Schreiben vom Intimen zum Strukturellen übergeht. Ihr jüngstes Buch „Die Argonauten“ ist im Herbst auf Deutsch erschienen. Weder die Entwicklungsgeschichte der Helden, noch die unheimliche Sprachfähigkeit der Argo, oder gar ihre ökonomische Symbolik scheinen dabei den Ausschlag für ihren Titel gegeben zu haben. Oder zumindest nicht nur. Nelson bezieht sich vor allem auf ein oft übersehenes Detail der Argo: Ihre Eigenschaft als persistierende Einheit, die gleichzeitig einer permanenten Transformation unterzogen wird.

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18. November 2017

Sabeth Buchmann und Ilse Lafer über die Documenta 14 in Athen

Die Dezemberausgabe der TZK beschäftigt sich damit, wie „Idiome“ — die Dialekte oder Soziolekte, mit denen die zeitgenössische Kunst längst spricht — in einer zunehmend globalisierten, politisch fragmentierten Welt sichtbarer werden, vor allem wenn Kunst sich nicht länger an einem einheitlichen (westlichen und marktorientierten) Kanon orientiert. Als Ausblick auf diesen thematischen Schwerpunkt präsentieren wir hier zwei Besprechungen aus unserer letzten Ausgabe, die den Gedanken verschiedener „Sprachen der Kunst“ und welche Rolle sie in den letzten Großausstellungen spielten, reflektieren: Sabeth Buchmann & Ilse Lafer über die Documenta 14 und Amy Lien & Enzo Camacho über die Skulpturprojekte Münster.

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1. November 2017

Loren Olson on the Art Book Fair as Model

If the events of this fall are any gauge, a restructuring of the art world is at hand. However delayed, this shift is at least in part catalyzed by the digital turn. And so it's surprising, perhaps, that among the culture sector's various outlets, the art book fair – with its in-person, seller-to-buyer contact and decidedly analog wares – would emerge as a model format. Yet indeed it has, or so writer and editor Loren Olson argues, finding the 2017 New York Art Book Fair to be a veritable (if neoliberal) contemporary ideal within the screen-centered, hyper-networked channels of art and literary commerce.

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12. Oktober 2017

Wolfgang Tillmans über seine politischen Plakate

Die aktuellen politischen Arbeiten von Wolfgang Tillmans — seine Plakate zur Remain-Kampagne und zur Nichtwählermobilisierung während der Bundestagswahl — richteten sich explizit an die Sphären außerhalb der Kunstszene. Doch aus kunstkritischer Perspektive stellt sich die Frage, wie die Instrumente mit denen die Kampagne arbeitete — Kunstproduktion, Marktkonformität und politischer Aktivismus — ineinandergriffen. Es folgt ein Austausch zwischen Tillmans und TZK Chefredakteurin Caroline Busta.

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TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.