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18. April 2018

Tristes Structures Ben Caton on Tom McCarthy at the Roter Salon

Let the Brexit emigration begin! Berlin recently hosted two events to celebrate the German translation of the polymathic penman and part-time artist Tom McCarthy’s latest opus, Satin Island. To herald the publication of McCarthy’s novel for a German audience, both events took place at the embattled Volksbuehne, and Texte zur Kunst contributor Ben Caton was there to report on the arrival of a British exile on the hallowed ground of Rosa-Luxemburg-Platz.

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10. April 2018

Miranda Warning Amanda Schmitt on the Power of Allegory and Allusion

On the heels of the publication of our latest issue in March, we continue to monitor the debate around #MeToo and #NotSurprised in the art world and elsewhere. In that context, we are very pleased to offer a brief but powerful text from Amanda Schmitt, who speaks here for the first time as writer following her lawsuit against Artforum and Knight Landesman. While many have submitted Schmitt’s name as proof of institutions that shelter and defend harassment, Texte zur Kunst wanted to offer a space in which Schmitt can speak in her own voice and with her own words. What follows is an attempt to talk around that which cannot be named directly, to construct a frame, in short. As in the language of art, Schmitt’s frame is both a limit and a support mechanism.

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März 2018

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 109
März 2018
„Kunst ohne Regeln?“

Angesichts der jüngsten Enthüllungen verschiedener Formen des Machtmissbrauchs im Kulturbereich beschäftigen wir uns in der März-Ausgabe von Texte zur Kunst mit dem Verhältnis von Kunst zu Regeln. Oder besser gesagt, mit den Ausnahmen der Regeln, die die Kunst und ihre Akteure beanspruchen, wenn Überschreitungen sich all zu oft auch auszahlen, und zugleich Hierarchien (Klasse, Geschlecht, Rasse, Sexualität) weiterhin ihren Einfluss geltend machen. Kunst verspricht ein Raum für Regelverstoß und Ungehorsam zu sein, sowohl im Hinblick auf formale Beschränkungen als auch normative Regulierungen. Aber nach welchen Regeln spielt die Kunstwelt, und wie werden Überschreitungen darin sichtbar/unsichtbar gemacht?

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6. April 2018

Erst stehlen sie dir die Uhr, und dann sagen sie dir, wie spät es ist

Wir werden ständig an geschlechtsbasierte Hierarchien erinnert, auch durch Formen des Machtmissbrauchs. Was es angesichts dessen bedeutet, zu versuchen die Ambivalenz im Kern des Begehrens – im Spannungsfeld zwischen Ausbeutung und Empowerment – zu erkunden, berichtet hier die Künstlerin Lucy McKenzie. Ihr geht es um einen Raum dazwischen, aus dem sich vielleicht Handlungsmacht gewinnen oder wenigstens neu verhandeln lässt.

Lucy McKenzie verrät ein Schlüsselerlebnis aus ihrer künstlerischen Ausbildung: ihre Entscheidung, das Subjekt vor der Kamera zu sein. Es war wohl kaum vorherzusehen, zu welchen Zwecken diese Bilder in einer endlosen Schleife der Veröffentlichung, Aneignung und Wiederverbreitung gebraucht und missbraucht werden würden, seit sie aufgenommen wurden. Oder doch?

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29. März 2018

Peter Gorsen: Ethiker des Unsittlichen (1933 – 2017). Ein Nachruf von Manuela Ammer und Kerstin Stakemeier

Auf dem von Gustav Metzger im September 1966 in London veranstalteten „Destruction in Art Symposium“ verlas der Künstler Werner Schreib Auszüge eines Textes, der unter dem Titel „Sexualität im Spiegel der Modernen Kunst“ bereits 1963 als kleines graues Heft in Hamburg erschienen war. Der Autor dieses Textes war Peter Gorsen, das Heft ein Sonderdruck aus Armand Mergens im selben Jahr erschienenen zweibändigen Nachschlagewerk „Sexualforschung. Stichwort und Bild“. Der Kriminologe Mergen hatte es gemeinsam mit dem Hamburger Institut für Sexualforschung herausgegeben, die Einleitung war von dessen Leiter Hans Giese verfasst worden. Gorsens sechzig Seiten langer Text, in dem sonst vorwiegend aus kurzen, bebilderten Begriffserklärungen bestehenden Lexikon entwickelt nicht weniger als eine revidierte Geschichte der modernen Kunst.

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Editionen

Katharina Grosse, „o. T.“, 2018

19. März 2018

Witching Hour Colin Lang on Happy Unbirthday at Galerie Eigenheim, Berlin

In its most reduced form, magic is like so much in the world of art: it is a way of framing, drawing a circle so as to make a clear division between what is inside and what is outside. Was this not what the modern picture frame did, which painting repeatedly employed until the frame itself was finally ingested, self-consciously, a desperate defense mechanism against the contingency of the modern world? In magic, the circle frames a particular space where things operate differently from those events and phenomena that lie outside of its demarcated realm. Differently, but perhaps also more intensely, with greater effect, with increased efficacy, where healing and transformation occur, sometimes simultaneously. With the domesticated modern work of art came a corresponding domestication of the magic circle, which new publics experienced readymade. What magic could transpire when the circle was already drawn, sometimes majestically, but never magically (think of the architectural wonders of the modern museum)? There is a long tradition (nearly as old as the modern work of art) of pointing to the fact that these new institutions that created and supported the modern work of art themselves were built on the backs of the disenchantment that Max Weber diagnosed exactly a century ago. Why, then, not summon a new kind of magic instead of repeating this claim over and over, a magic where divination grows up a little and sheds its cat bones for computer code?

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10. März 2018

Séduction à la francaise Isabelle Graw und Colin Lang im Gespräch mit Joan Scott

Obwohl das Thema der jüngsten Ausgabe von Texte zur Kunst, Kunst ohne Regeln? nicht zuletzt durch #MeToo und #NotSurprised ausgelöst wurde, haben wir auch die Gegenstimmen zu diesen Bewegungen im Auge behalten; etwa die, die sich im Januar in Frankreich in Form eines offenen Briefes Gehör verschafften, der von 100 führenden weiblichen Persönlichkeiten des Kultursektors unterzeichnet wurde, darunter Catherine Deneuve. An dieser Stelle veröffentlichten wir bereits eine Übersetzung der Antwort des Philosophen Paul B. Preciado auf den in Frankreich erschienenen Deneuve-Brief.

Hier sondiert Joan Scott, emeritierte Historikerin des Institute for Advanced Study an der Princeton University, diesen französischen Komplex weiter, mit dem Ziel, den Ängsten auf den Grund zu gehen, die offenbar das Plädoyer des offenen Briefes für eine Lizenz zum „Belästigen“ („importune“) beleben. Was sahen die Autorinnen dieses Briefes - meist prominente Frauen einer bestimmten Generation - bedroht, als der Aufschrei der Öffentlichkeit gegen sexuelle Belästigung Konsequenzen für den erlaubten Umgang zwischen Männern und Frauen forderte?

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5. März 2018

Juliane Rebentisch und Sabine Grimm über Feministische Theorie und sexuelle Politik Befreiungsnormen

Hinter #MeToo und #NotSurprised vermuteten manche puritanische Verurteilungen von Flirt und Galanterie (siehe etwa der offene Brief in Le Monde, unterzeichnet unter anderem von Catherine Denueve, Ingrid Carven und vielen weiteren) und verwechselte dabei sexy mit Sexismus. Ob sexuelle Freiheit auch ohne eine Objektifizierung von Frauen auskommen kann, ist seit Jahrzehnten eine Streitfrage der feministischen Debatte. Im Vorlauf zur neuen Ausgabe wollen wir einige Texte aus dem Archiv von Texte zur Kunst zugänglich machen, die zentralen Fragen des aktuellen Diskurses schon in früheren Ausgaben thematisieren. Juliane Rebentisch und Sabine Grimm diskutierten für Texte zur Kunst in Ausgabe 22 (1996), ob und wie es den „Sexual Politics“ gelingen kann, dass Frauen sich über ihre Körper, also ausgerechnet jene Instanz, über die ihre Unterdrückung maßgeblich durchgesetzt wird, "befreien“.

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26. Februar 2018

Der Wert der Autonomie – ein Gespräch zwischen Kerstin Stakemeier und Marina Vishmidt über Reproduktion in der Kunst

Die Märzausgabe von Texte zur Kunst widmet sich dem Verhältnis von Kunst zu Regeln. Nicht nur im Hinblick auf #NotSurprised soll es um Überschreitungen im Feld der Kunst gehen, in Werken und in Handlungen. Denn im letzten Jahr standen auch einige konzeptuelle Strategien der Aneignungen und Repräsentationen stark in der Kritik, und stellten so den autonomen Status des Kunstwerks in Frage, weil Bilder und Installationen als verletzend und übergriffig wahrgenommen wurden und sich erneut die Frage stellte, was Kunst eigentlich darf.

Im Vorlauf zur neuen Ausgabe wollen wir einige Texte aus dem Archiv von Texte zur Kunst zugänglich machen, die zentralen Fragen des Diskurses schon in früheren Ausgaben thematisieren. So haben in Ausgabe 88 von Texte zur Kunst Marina Vishmidt und Kerstin Stakemeier über den Wert der Autonomie diskutiert, also darüber, wie mit der (vermeintlichen) Unabhängigkeit der Kunst, nicht zuletzt auch eine ökonomische Sonderstellung begründet wird.

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TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.