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23. September 2026

Supertramps

BRUCE HAINLEY TO ANNETTE WEISSER Houston, September 2, 2026

The latest exchange between our two columnists-cum-pen pals, Bruce Hainley and Annette Weisser, begins with a letter dedicated to Wim T. Schippers, who cofounded the short-lived A-dynamische Groep, or A-dynamic Centre, artist collective with Ger Van Elk and Bob Wesdorp in 1961. Schippers died on the very day that Hainley landed in Amsterdam from Houston during his most recent trip to Europe. While Schippers’s conceptual artistic works and TV productions are quite well known in the Netherlands, they do not receive the attention they deserve in the international art world, as Hainley points out in his letter to Weisser. Since we are also privy to their correspondence, we too can enjoy a brief introduction to a body of work that owes its current appeal not least to its heartwarming humor.

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18. September 2026

A CAGE WITH A VIEW Sophia Rohwetter on “Terminal Piece” at mumok, Vienna

The first exhibition at mumok under the leadership of Fatima Hellweg, “Terminal Piece,” centers on the eponymous installation by artist, activist, and author Kate Millett, a work that raises questions about the representation and perception of violence. Based on these guiding questions, over 400 commissioned works, loans, and pieces from the museum’s own collection are dramatically staged. Their presentation employs the logic of the theater and what was elsewhere called “mood” – with reference to Tolia Astakhishvili’s concurrent exhibition at mumok. Drawing on Millett’s work, Sophia Rohwetter considers the symbolic and real cage as both an auditorium and a stage for imposed and internalized confines.

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September 2026

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 143
September 2026
„ANONYMITY“

Von anonymen Pamphleten, mit denen ­Kunstkritiker des 18. Jahrhunderts die Autorität der ­französischen Académie Royale herausforderten und dabei den Anspruch erhoben, fürs anonyme Publikum zu sprechen, bis hin zu Künstler*innenkollektiven wie den Guerrilla Girls, die seit Mitte der 1980er Jahre die Unkenntlichkeit ihrer Mitglieder in den Dienst aktivistischer, institutionskritischer und feminis­tischer Ziele stellen: Im Kunstfeld galt Anonymität lange vor allem als emanzipatorische Strategie. Auch die Möglichkeit, im Internet anonym zu bleiben, war noch in den 1990er Jahren eng mit dem Versprechen einer Demokratisierung öffentlicher Debatten und politischer Teilhabe verknüpft. Gesellschaftliche, politische und mediale Entwicklungen verlangen heute allerdings nach einer kritischen Neubewertung. Diese nimmt die aktuelle Ausgabe von TEXTE ZUR KUNST, „Anonymity“, vor. Gegenwärtige Phänomene in Kunst und Medien werden in Beziehung zu historischen Beispielen und Theorien gesetzt und kartieren somit das Spannungsfeld, in dem Identität und Anonymität heute diskutiert werden.

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11. September 2026

THE PARENT(S) TRAP William Kherbek on “Four Terrible Parents” by Calla Henkel

“Grass Babies, Moon Babies,” Ei Arakawa-Nash’s Japan Pavilion at this year’s Venice Biennale, is just one example of the recent surge in creative explorations of queer parenting and collective care. In literature, alongside Kate Davies, Lotte Jeffs, Claire Lynch, and Torrey Peters, whose respective books “Nuclear Family,” “This Love,” “A Family Matter,” and “Detransition, Baby” have all been published within the last five years, Calla Henkel has now turned her attention to this topic, too – staying true to the characteristic genre-bending style that has already defined her previous books. In “Four Terrible Parents,” it’s not just the creepy queerphobia of the rural setting in the US South, where the chosen family from Henkel’s novel settles down, that sends chills down your spine. The narrative of her book, which William Kherbek reviews here without giving too much away, also revolves around a criminal case as well as family tragedies both big and small.

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9. September 2026

DAS MÉDITERRANÉE, MARSEILLE UND GISELLE’S BOOKS von Michaela Melián

Giselle’s Books ist keine Buchhandlung, sondern versteht sich – wie die beiden Gründer Lucas Jacques-Witz und Ryder Morey-Weale betonen – als redaktionelle Organisation. Mittlerweile mit zwei benachbarten Räumen in Marseille vertreten, betreibt das Duo eine Lernbibliothek, gibt Publikationen heraus, und organisiert obendrein Lesungen, Ausstellungen und neuerdings auch Residencies. Mit dem Projekt Giselle & Juliet, das als Hybrid aus aktiviertem Archiv und kuratorischer Fiktion angekündigt wird, ist Giselle’s Books am kommenden Samstag auch auf der Berlin Art Week vertreten – und auch sonst gewinnt der Name international an Präsenz. Hier stellt Michaela Melián, zeitweise selbst Wahlmarseillerin, Giselle’s Books im Kontext eines kleinen Stadtportraits der südfranzösischen Metropole vor, die immer zahlreicheren Kulturschaffenden als Sehnsuchts- und Zufluchtsort gilt.

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Editionen

Thilo Heinzmann, „Aicmo“, 2026

4. September 2026

TIME AFTER TIME Xenia Benivolski on “Collection as Cosmos” at Van Abbemuseum, Eindhoven

Stars and other astrological occurrences present themselves to the earthly observer as known and permanent constellations, yet they both physically and symbolically undergo constant change. Outer space recently became the projection surface for SpaceX’s record-breaking IPO, for instance. In the recent rehanging of the Van Abbemuseum’s collection, outer space serves as more than a metaphor for thinking about permanence and order. Conceptualized collaboratively with four external interlocutors, “Collection as Cosmos” arranges its artworks relationally rather than following the temporal linearity of the canon and sets them against the backdrop of an ornamental exhibition design by Matilde Cassani Studio. In a selective walk-through, Xenia Benivolski maps how the exhibition presents a curatorial perspective that emphasizes the storytelling effects and life cycles of artworks over the finitude of their possession and preservation.

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28. August 2026

MEHR ALS „EINE STUNDE FÜRS LEBEN“ Christina Irrgang über „Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen

Einer historischen Vergangenheit gehören sie keinesfalls an, die Debatten um und die Kämpfe für Lohngleichheit und gerechte Arbeitsbedingungen. Beim Blick in ihre Geschichte wird überdies deutlich, dass Arbeitskämpfe heute wie vor fünfzig oder hundert Jahren immer in enger Verbindung mit künstlerischer Praxis, Performativität und künstlerischen Lebensrealitäten standen und stehen. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen versammelt nun nicht nur Dokumentarisches über die Arbeitskämpfe vergangener Tage, sondern auch Kunstwerke, die im Zuge dieser entstanden sind oder sich mit ihnen auseinandersetzen. Christina Irrgang fokussiert in ihrer Besprechung die Aktualität dieser künstlerischen Arbeiten und Artefakte hinsichtlich der kritisierten Arbeitsbedingungen und der damit verbundenen Forderungen – und dies mit besonderem Blick für die Verschränkungen proletarischer und feministischer Kämpfe.

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26. August 2026

AFD NOBILITIERT SOMMERTHEATER Susanne von Falkenhausen über das Volksbad an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Bereits vor ihrer Eröffnung sorgte die „urbane Intervention“, wie die Volksbühne das temporäre, 25 Meter lange und kostenfrei nutzbare Becken auf ihrem Vorplatz nennt, für größtmögliche mediale Aufmerksamkeit. Das sogenannte Volksbad, von der Volksbühne als Maßnahme gegen Unterfinanzierung der Berliner Infrastruktur sowie gegen verstärkte Kontrolle und Regulierung des öffentlichen Raums vorgestellt, löste eine Bandbreite an Reaktionen aus zwischen maßloser Empörung über Performativität und Steuergeldverschwendung bis hin zu Begeisterung ob des Versuchs, als „Volkstheater“ tatsächlich im Stadtraum präsent zu sein. Ihren Höhepunkt fand die Instrumentalisierung der Debatte nach Ankündigung eines Nachmittags, an dem das Schwimmbecken dem Verein EOTO e. V. exklusiv zur Verfügung gestellt werden sollte – eine rassistische Medienkampagne folgte. Vor diesem Hintergrund fragt Susanne von Falkenhausen nach Möglichkeit und Unmöglichkeit von geschützten Räumen im Kontext institutioneller Öffentlichkeit.

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26. August 2026

HAIE IM SWIMMINGPOOL Christoph Gurk über das Volksbad an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Bereits vor ihrer Eröffnung sorgte die „urbane Intervention“, wie die Volksbühne das temporäre, 25 Meter lange und kostenfrei nutzbare Becken auf ihrem Vorplatz nennt, für größtmögliche mediale Aufmerksamkeit. Das sogenannte Volksbad, von der Volksbühne als Maßnahme gegen Unterfinanzierung der Berliner Infrastruktur sowie gegen verstärkte Kontrolle und Regulierung des öffentlichen Raums vorgestellt, löste eine Bandbreite an Reaktionen aus zwischen maßloser Empörung über Performativität und Steuergeldverschwendung bis hin zu Begeisterung ob des Versuchs, als „Volkstheater“ tatsächlich im Stadtraum präsent zu sein. Ihren Höhepunkt fand die Instrumentalisierung der Debatte nach Ankündigung eines Nachmittags, an dem das Schwimmbecken dem Verein EOTO e. V. exklusiv zur Verfügung gestellt werden sollte – eine rassistische Medienkampagne folgte. Christoph Gurk, der gerade selbst in ein Bühnenprojekt am Haus involviert ist, kontextualisiert das Volksbad mit Blick auf die Geschichte der Volksbühne und den vermittlerischen Ansatz der Institution.

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TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.