Pipilotti Rists Videos und Video-Installationen erzeugen eine visionäre Stimmung, in der sich Kunst und Pop, Alltag und Fernsehen in assoziativen Bilderketten miteinander verbinden. Die Abwesenheit einer linearen Erzählstruktur, das häufige Verwenden von Loop-Strukturen und Slow-motion-Elementen - das sind künstlerische Mittel, die die Nähe zu Vorstellungen von Bildern des Unterbewusstseins suchen und zugleich an die Bilderwelten von Musikvideos erinnern. Dabei muten die bunten und grob aufgelösten Bilder oft auch abstrakt-malerisch an.
Die ungeheure Popularität ihrer Arbeiten verdankt sich zu nicht unwesentlichen Teilen auch Rists unbekümmertem und offensivem Umgang mit massenkulturellen Phänomenen. So kommt in Rists Videos der Musik eine wichtige Rolle zu, an deren Produktion sie selbst als Musikerin der Gruppe "Les Reines Prochaines" maßgeblich beteiligt ist. Auch die Verwendung von Kitsch und humoristischen Elementen zeichnet ihre Arbeiten aus. Berühmt wurde beispielsweise ihre Video-Installation "Ever is Over All" (1997), in der eine Frau mit einem übergroßen phallischen Blumenstängel die Scheiben parkender Autos einschlägt und dabei von einer Polizistin wohlwollend beobachtet wird - ein kokettes Statement, in dem persönliche Zugriffe auf Themen wie "Feminismus" und "Gewalt" zum Tragen kommen.

